Dan. Buhne, Soebönne, Hünscbane, Fanden-
spunge, Faudensnofser, Horsctaender.Pforw. Bolmurt, Bulmort, Styggraes, Stinkgfaes
So', graes.
Schwcd. liolmörl, Hönsabale,Bus s. Bclena.
Po In. Bielun, Szalcy, Lulek.Böhm. Cjn. Syti,
Ung.
Belond-fü, Bclonditö-fü.
Das blasse ins dunkelgelbe fallende Grün derBlätter, die traurige, düstere Farbe der Blumen die-ser Pflanze, der ekelhafte widrige Geruch aller ih-rer Tbeile, erregen schon beym ersten Anblick denVerdacht ihrer giftigen Eigenschaften. Sie ist zwei-jährig und wächst durch ganz Deutschland und inallen übrigen Ländern Europas, in Dörfern, anZäunen, Wegen, auf Schutthaufen und andern un-gebauten Orten.
Ihre Wurzeln sind fingersdick, lang, runzelig,wenig ästig, auswendig braun, inwendig weifs undbringen einen aufrechten, ästigen, zottigen, etwasklebrigen, 2 — 3 Fufs hohen Stengel hervor.
Die zottigen, klebrigen, weichen Blätter ste-hen abwechselnd, sind stiellos, breit, weich, eyför-mig, lanzettförmig, buchtig gezahnt und umfassenden Stengel.
Die fest aufsitzenden Blüthen bilden am Endeder Zweige eine blättrige, lockere, einseitige Aehre.Der rührige unten bauebige, fünlspaltige Kelch isteinblättrig, bleibend, aufsen zottig und klebrig. Dietrichterförmige, kurzröbrige Krone ist ebenfallseinblättrig, mit fünf aufrechten, stumpfen ungleichenLappen versehen und mit netzförmigen purpurro-ten Adern durchzogen. Sie bat fünf Staubfäden,die abwärts gebogen, zottig und klebrig sind. DerFruchtknoten ist einfach, sitzt oben und trägt einenGriffel mit kopfförmiger Narbe.
Die Frucht ist eine eyförmige, stumpfe, aufheyden Seiten gefurchte, oben mit einem Deckelversehene Kapsel, m eiche in zwey Fächer getheiltist und viele Saamen enthält.
Die Blüthezeit ist May und August und dieSaamen werden im August oder October reif. Die-se Pflanze wird nicht besonders ffezoqen.
Ehedem war auch die Wurzel, jetzt aber ist nurnoch das Kraut und der Saame, (Herba et semenIlvoscvami) offizineil. Die Blätter sind wie oben be-schrieben, länglich breit, zugespitzt, buchtig, zahn-\artig gelappt, rauh, gegen die Spitze zu ganz gräulich -grün, auf derünterfläche heller glänzend, dick, sehrweich, mit Adern durchzogen und fast fettig klebriganzufühlen. Die Wurzelblätter sind gestielt.
Ihr Geschmack ist weichlich, fade und ekelhaft,eetrocknet etwas bitterlich. Der Geruch ist äufserstwidrig, betäubend und unangenehm. Man verwech-selt sie mit den Blättern des weifsen Bilsenkrauts(Hyoscyamus albus L.), welches nicht so gemein istals das schwarze. Auch sind diese Blätter kleiner,stumpfer, wolligter und gestielt.
Der Saame ist klein, rundlich, fast nierenför-mig, etwas zusammengedrückt, runzlich, von asch-grauer Farbe, einem unangenehmen betäubenden Ge-ruch und bitterlichen Geschmack.
Abbildungen:
Lobelius. icon. 268.
B1 a c k w e 11 herb. t. 55o,
Kivinus irreg. t. 102.
Hill. t. 8.
Plenk icon. plant, med. t. 97.
Weinmann n. 588. d.
Zorn ic. pl. t. 84-
Gledilsch n. 9. p. i3. t. V.
Stocrk libell. de stram. t. 1.
Schkuhrs bot. Handb. t. 44-
Handb. d. ph. bot. bl. X11I. f. 87.
Flora von Hildesheim I. Zehend t. 11.
Flor, du dict. des scienc. med. livr. ö5 pl. 211.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Ein blühender Stengel.
2. Ein Wurzelblatt.
3. Eine geöffnete Blumenkrone mit denStaubgefäfseo.\. ■ Stempel,
.">. Frucht.
(J. Querdurchscbnitt der Frucht.
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