Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Diese sehr geschätzte Arzneipflanze wächst inden südlicheren Ländern Europas, in Frankreich,Spanien und Griechenland wild.

Die Wurzel ist einjährig, ästig. Der Stengel istaufrecht etwas eckig, röthlich gefärht, vom Grundean in viele lange, abstehende Aeste zertheilt undüberall mit langen, krausen weifsen etwas klebrigenHaaren bedeckt.

Die Wurzelblätter, die ohngefähr einen FufsLänge erreichen, lauffen in einen Blattstiel herab,sind gefiedert-zerschnitten mit entfernten buchtig-gezahnten Abschnitten; die Stengelblätter sind sitzend,die oberen etwas herablauffend, an der Basis breiter,gegen die Spitze buchtig ausgerandet und gezahnt;alle sind mit ähnlichen Haaren wie der Stengel undam Rand mit kleinen Dornen versehen.

Die Blüthen sitzen einzeln an der Spitze derZweige und sind von mehreren grofsen gezahntenBrackteen von verschiedener Gestalt umhüllt. Dergemeinschaftliche Kelch (periclinium) ist eyförmigan der Spitze stark verengt, mit einer lockeren spin-nengewebartigen, weifsen Wolle bekleidet, und be-steht aus dicht übereinander liegenden grünen Blätt-chen, die in eine lange gefiederte, sparrige, dornige,gelbe Spitze endigen. Die einzelnen Blüthchen sindan dem hervorragenden oberen Theil schön gelb;die unfruchtbaren im Strahl bestehen aus einem sehrzarten weifsen Blumenrohr mit dreispaltigem Saum;die fruchtbaren Zwitter sind trichterförmig, an derSpitze ungleich fünfspaltig. Die fünf verwachsenengelben Staubbeutel ragen über die Krone hervor.Die Fruchtknoten ^ind weifs gestreift; der Griffelfadenförmig; die Narbe zweispaltig, länger als dieStaubbeutel. Der Fruchtboden (clinanthium) ist mitlangen weifsen Haaren besetzt. Der Saamen, eineSchliefsfiucht (achenium) ist etwas gekrümmt, ge-rippt, gelblich-grau mit vertieftem Nabel an derschief abgestutzten Basis. Die Saumenkrone ist

dreifach, die äufsere besteht aus einem ringför-migen Ansatz mit 10 kleinen Zähnen, die innereaus 10 rauhen, steifen Borsten, welche etwas längersind als das Achenium, die dritte endlich auseben solchen Borsten, die aber viermal kürzer sindals die äufsere.

Wegen diesem eigenlhümlichen Bau der Saa-menkrone verdient diese Pflanze als eigene Gattung(Cnicus Spr.) aufgestellt zu werden. Man bautsie in Gärten und sammelt das Kraut vor der Blüthefür den officinellen Gebrauch ein. In der Materiamedica kommt es unter dem Namen Herba Carduibenedicti vor und gehört zu den treflichsten rein

b'ttern Arzneystoffen.

(N. v. E.)

Abbildungen.

Plenk Icon. pl. med. 634.

Black well Herb. tab. 476.

Kniphoff Cent. 1. tab. 16.

Ludwig Ectyp. tab. 6.

Hayne. Getr. Darst. Vol. VIT. tab. 34.

Erklärung der Tafel.

1. Der obere Theil einer blühenden Pflanze.

2. Ein Wurzclblatt.

3. Der Kelch mit den Deckblättern.

4. Eine Kelchschuppe von vorn gesehen.

5. Dieselbe von der Seite gesehen,ti. Ein unfruchtbares Blümchen.

7. Ein fruchtbares Blümchen.

8. Der gemeinschaftliche Kelch, der Länge nach

durchschnitten,g. Das Achenium (gewöhnlich Saamen genannt.)10. Dafselbe der Länge nach durchschnitten,(Alle Figuren in natürlicher Gröfse.)

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