Diese einjährige Pflanze, nicht weniger merk-würdig' durch ihren zierlichen Wuchs Und Schön-heil ihrer Blumen, als durch ihren vielfachen Nut-zen, in mehreren Künsten, vorzüglich als Färbe-material, Mächst in Egypten und Ostindien, auchin Crain und bey Istria auf sonnigen Wiesen undwird in vielen Gegenden Europas in Gärten undFeldern gezogen.
Die Wurzel derselben ist spindelförmig, et-was ästig und faserig.
Der aufrechte, unten einfache, oben etwas äs-tige Stengel ist rund, hart, holzig, glatt und er-reicht eine Höhe von beynahe zwey Fufs.
Die Blätter sind abwechselnd, aufsitzend,einfach, ungetheilt, aderig, eyförmig, zugespitztund dornig-gezahnt.
Die am Ende der Zweige einzeln stehendenBlumen sind von gelbröthlicher Farbe. Der ge-meinschaftliche eyförmige Kelch ist einfach, ein-blättrig und schuppig. Die Schuppen sind untenstark geschlossen, und an der Spitze mit blattarti-gen , fast eyförmigen, flachen, abstehenden, stum-pfen Anhängen versehen, wovon die äufsern obenund an den Seiten mit Dornen bewaffnet sind. DieZwitterblümchen sind gleichförmig, und die trich-terförmige Krone derselben bat eine fünftheilige,aufrechte, fast gleichförmige Mündung. Die haar-förmigen, sehr kurzen Staubfäden tragen wal-zenförmige, röhrige Staubbeutel.-Der Frucht-knoten ist sehr kurz; der Griffel fadenförmigund länger als die Staubfäden; die Narbe ein-fach. Der mit dem zusammengeneigten Kelche um-gebene Blumenboden ist flach und bedeckt mitspreuartigen Borsten die länger sind als die Saa-men, welche einzeln, länglich, glänzend, viereckig-
keilförmig und ohne Federchen unter einer hartenknorpeligen, braunen Schale einen weifsen, öligenKern enthalten.
Der Saflor blüht im Julius und Augustund der Saame reift im Herbste. Die Blüthendesselben sind von schwachem, aber eigenem Ge-ruch und Geschmack. Die Saamen schmeckenscharf und bitter. Ehedem waren beyde, Blumenund Saamen (flores et semen carthami) of-fizinell jedoch sind sie jetzt nicht mehr gebräuchlich,da aber die einzeln Blumentheile oft zur Verfälschungdes Saffrans gebraucht werden; so ist diese Pflanzedeswegen abgebildet und beschrieben worden.
Abbildungen.,
La Mark ill. gen. t. 661. f. 3.
Morison bist. 3. s. 7. t. 27.
Zorn icon. pl. t. i4o..
Kerner t. 5.
Gärtner de sem. pl. p. 375. t. 161. f. a.
Plenk icon. plant, med. t. 600.
Handb. d. pharm, bot. bl. LXX1II. f. 348.
Flor, du dict. des scienc. med, livr. 26. pl. 101.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Ein blühender Stengel.
2. Ein Zwitterblümchen, wo an dem Grunde des
Fruchtknotens einige von den spreuartigenBorsten, welche den gemeinschaftlichenBlumenboden bekleiden, dargestellt sind.
3. Eine innere Kelchschuppe.
4. Die Befruchtungswerkzeuge, nämlich die Staub-
gefäfse mit dem Griffel.
5. Ein Saamenkorn.