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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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gen mit einander verwachsenen Drüsen gebildetesNectarium umgiebt die Fruchtknoten. Fünf weifse,am Grunde breitere Staubfäden tragen aufrechte,längliche, gelbe Antheren, mit kleinen spitzen An-hängen an der Basis, von denen öfters einige un-fruchtbar sind. Ebenso viele ovale, mit feinenHaaren bekleidete Fruchtknoten haben in ihrerMitte eiueh Griffel; von der Länge der Blumen-krone, der sich in fünf zusammenneigende grünefleischige Narben endigt. Die Frucht besteht ausfünf einsaamigen einklappigen Kapseln.

(v. Humboldt.)

Wir verdanken die Kenntnifs dieses trefflichenBaumes dem grofsen Naturforscher A. v. Hum-boldt, der ihn zuerst an den angegebenen Standortenentdeckte. Seine Rinde ist das unter dem Na-men der Angustura-Rinde (Cortex Angusturae)schon früher bekannte und von andern Bäumenabgeleitete Arzneimittel. Wir erhalten die ächteRinde in etwas gerollten ohngefähr einen Zoll brei-ten und eine Linie dicken Stücken von verschiede-ner Länge. Die äufsere Seite ist entweder mit dergrünlich - grauen und ziemlich glatten Epidermisbekleidet, oder an einzelnen Stellen mit einer wei-chen lockeren und schwammigen blafs - gelblichenSubstanz bedeckt; die innere Seite ist glatt, trockengraulich, befeuchtet schön gelb und zuweilen insrostgelbe übergehend; der Bruch ist dicht, braunund harzig. Der Geschmack ist sehr bitter, derGeruch unbedeutend, etwas dumpfig. Sie enthält in1000 Theilen.

240 bittern stark reagirenden Extractiv-stoff,80 balsamisches Weichharz,^H 2 ätherisches Oel.

Anm. Man verwechsle diese Rinde nicht mit derfalschen und giftigen Rinde, die vor einigenJahren von Ostindien aus in den Handel kam undin den Lehrbüchern der Pharmacologie gewöhn-lich der Brucea ferruginea zugeschriebenwird. Diese falsche Rinde unterscheidet sich aberleicht dadurch, dafs die Stücke gewöhnlich brei-ter, dicker und unregelmäfsiger sind, sowiedurch die grau-schwarze Farbe der innern Seileund den dunkelgelben schorfartigen Ueberzug,der aus der Epidermis hervorbricht und einzelneStellen oft ganz bedeckt. Noch wichtigere Kenn-zeichen gehen aus der Prüfung mit Reagentienbesonders aus dem sehr verschiedenen Verhaltengegen Eisensalze hervor. (S. Berl. Jahrb. d.Ph. I, p. 117 .) (N. v. E.)

Abbildungen.

Humb. et Bonpl. PI. aequin. IL tab. 97.F I o r. medicale 1. c. tab. 28.Trattin. tabular. tab. 90.

Erklärung der Tafel.

i. Ein blühender Zweig ( uach v. Humboldt PI.aequin.)

2. Der Kelch mit dem Pistill.

3. Die Blumenkrone.

4. Dieselbe, geöffnet.

5. Zwei fruchtbare und drei unfruchtbare Staub-gefäfse.

6. Ein fruchtbares Staubgefäfs.

7. Das Pistill mit dem Nectarium.

8. Die Fruchtknoten mit dem Pistill ohne dieses,g. Der Griffel.

10. Die Fruchtknoten mit dem Nectarium.

11. Dieselben ohne dieses.

12. Dieselben uach der Befruchtung.

13. i4. Die Rinde, wie sie im Handel vorkommt.