Die Wurzel ist kriechend, sehr zaserig, ge-gliedert, gekrümmt, von der Dicke eines Strohhal-mes, auswendig von aschgrauer oder gelhbraunerund inwendig von schmutzig -weifser Farbe.
Die Stengel sind klein, niedrig, zottig, et-was liegend, und endigen sich mit zwey Blättern,aus derer Theilung die Blume entsteht.
Die Blätter stehen zu zwey beysammen, sindlang-gestielt, stumpf, am Rande ungetheilt, nie-renförmig, lederartig, oben glänzend, glatt, undvon dunkelgrüner Farbe, unten aber blässer, mitnetzförmigen Adern durchzogen und zuweilen et-was behaart.
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Die Blüthen stehen einzeln auf kurzen Stie-len, sind klein und von schwarzpurpurrother Fat- ,be. Der bleibende, aufrechte Kelch ist einblätt-rig, glockenförmig, lederartig, dick, aufsen zottig,auf dem Fruchtknoten sitzend und in drey bis vierEinschnitte getheilt, deren Spitzen eingebogen sind.Die Blumen kröne fehlt, die zwölf Staubfä-den sind pfriemenförmig» um die Hälfte kürzer alsder Kelch» Die Staubeutel sind länglich undstehen in der Mitte der Fäden. Der F r u c h t k n o-ten sitzt unten und trägt einen walzenförmigenkurzen Griffel, der sich mit einer sechsspaltigen,sternförmig geöffneten Narbe endigt»
Die Frucht ist eine fast runde, lederartige, vomKelche gekrönte, sechsfächerige, klappenlose Saa-menkapsel, die Fächerchen enthalten kleine ey-förmige, eckige Saamen,
Diese Pflanze blüht im Monat März und April,zuweilen auch noch einmal im späten Herbste» DerSaame reift im Julius.
Die Wurzel'des Haselkrauts (Haselwurzel,Brechhaselwurzel, Hasenöhrleinwurz, wilde Mardus-wurzel, Mausohrwürzel, radix asari seu azari) ist
officinell. Sie hat einen scharf bittern, ekelliaflenerhitzenden Geschmack und einen dem Baldrianetwas ähnlichen, einigermafsen gewürzhaften G e-ruch»' Durch das Trocknen werden der Geruchund Geschmack beträchtlich vermindert und beylangem Liegen gehen beide fast gänzlich verloren,daher sie um desto unkräfliger ist, je älter sie wird.Nach einigen Schriftstellern sollen nur die Zasernder Wurzeln eingesammelt werden. Auch wird dieHasel-Wurzel mit der Wurzel des März Veil-chen (Viola odorata L.) verwechselt, Avelche letz-tere sich jedoch, obschon sie dem Ansehen undder Wirkung nach eine Aehnlichkeit haben soll,durch ihre gelblich grüne Farbe und ihre Geruch-losigkeit davon unterscheidet»
Abbildungen.
Plenk Je. pl. med. t. 0:54-
Flor, du dict. des scienc. med, livr. II. pl. 43.
Flor. dan. t. 633.
Lam. illustr. t. 3g4> £ i.
Gärtn. de fr. et sein. cent. 1. t. i4. f. 7.
Engl. bot. io83.
Stur m Abbild. 1. 2.
Ludw, ect. t» 182,
Black well herb. t. 383.
Erklärung der Platte.Taf. No.
1. Die ganze Pflanze in der Blüthe.
2. Ein einzelner Kelch mit den Befruchtungswerk-
zeugen.
3. Ein einzelner Staubfaden.
4. Derselbe ein wenig vergrüfsert.
5. Das Pistill auf dem Fruchtknoten.
G. Dasselbe ein wenig vergrüfsert, wo man diesechstheilige Narbe sieht.