Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Diese ausdauernde P f 1 a n z e wächst fast in al-len Gegenden Europas, in Frankreich, England,Deutschland und Polen an feuchten, schattigen Or-ten, an Hecken, Wegen und in Wäldern. Sie hlühtim May und Juni,

Der Schaft ist rund, 6 his 7 Zoll hoch undnach unten mit häutigen Scheiden umgehen.

Die Blätter sind lang gestielt, 9 bis 10Zollhoch, aderig, pfeilförmig und am Rande ungetheilt,Ihre Oberfläche ist glatt, glänzendgrün und mitweifsen oder schwarzen Flecken bedeckt.

Die Blume, merkwürdig durch ihre Gestaltund ihren Bau zeigt statt des Kelchs eine häutige,einblättrige, aufsen grünliche, inwendig bleiche oderweifsliche, sehr breite, grad aufstehende Blumen-scheide, in Form eines Efelsohrs, so dafs ihre Räu-der sich vorwärts gegen einander beugen. Sie en-digt sich oben in eine scharfe Spitze. In der Mitteragt ein einfacher Kolben hervor, welcher kürzerist, als die Scheide und nach Weghaine derselbendeutlicher zum Vorschein kommt. Er ist oben nackt,dick, keilförmig, anfangs weifs - gelblich, dann röth-lich oder purpurfarbig, von sehr dichter Substanz,wird nach und nach dünner und hat an seinem un-tern Ende viele Fäden stehen. Dieser obere Theilwelkt und fallt vor der Saamenreife ab. Etwas un-ter den Fäden sitzen unmittelbar an dem Kolbenzahlreiche viereckige Körper, welche die Staubbeu-tel bilden. Gleich unter diesen befinden sich wie-der mehrere Erhabenheiten, welche mit Fäden Ver-schen sind. Die Basis des Kolbens endlich ist mitsehr vielen Fruchtknoten umgeben, wovon jedereine mit zarten Härchen besetzte Spitze zeigt.

Die Früchte sind rundliche saftige Beeren,welche, während sie reifen, eine glänzend rothe Far-be annehmen. Sie bilden eine schöne dichte Aehreund enthalten ein oder zwey harte rundliche Saa-menkörner.

Die Wurzel des Fleckenarons ( radix ari

maculati L.) ist offizineil. Sie ist knollig, länglich-eyrund, unterwärts etwas faserig, mehlig-fleischig,auswendig bräunlich gelb, inwendig weifs, von derDicke eines Fingers bis zu der eines Taubeneyes,So lange sie frisch ist, hat sie einen äuserst schar-fen, dem spanischen Pfeffer ähnlichen, brennendenGeschmack, reitzt beym Quetschen die Augen unddie Nase heftig, und erregt auf der Haut Röthe undBlasen. Durchs Trocknen verliert sie beynahe alleSchärfe ued zeigt sich blos mehlig. Sie mufs ent-weder im Anfange des Frühjahrs, ehe sie Blättertreibt, oder im Spätherbst, wenn die Blätter ver-welkt sind, ausgegraben werden. Man befreyet sievon der äufsern Haut und verwirft die alten wel-ken Wurzeln ganz.

Abbildungen:

Plenk ic. pl. med. 654»

Flor, du dict. des scienc, med, livr. 11, pl. 4*»

Flor, dan, t. 52,

Miller icon. t. 52.

Blackw, herb, t, 228,

Sabbati bort. 2. t. 74«

Knorr del. a. t. A. li»

Lobel. icon. 597.

Erklärung der Platte.

Taf. No.

1. Die ganze Pflanze in der Blüthe.

2. Der ganze Kolben.

3. Durchschnitt des obern Theils desselben, wo die

Fäden stehen,

4. Ein einzelner solcher Faden etwas vergröfsert.

5. Durchschnitt jenes Theils des Kolben, wo die

Staubfäden sitzen.

6. Ein paar von diesen Staubbeuteln etwas ver-

gröfsert.

7. Durchschnitt des untern Theils des.Kolben mit

den Fruchtknoten.

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