Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Die Blatter sind breit, lang, glatt, ästig undzwcy bis dreymal gefiedert; die einzelnen Blättebenderselben zahlreich, ästig, zweytheilig, fast haar-formig und auseinandergesperrt. Die langen, rin-nenförmigen, gestreiften Blattscheiden umfassen denStengel, und sind mit einem braunen, häutigenRande versehen.

An der Spitze des Stengels und der Zweigebilden sich ausgedehnte, ungleiche, vielstrahligeDolden, wovon jeder einzelne Strahl eine kleine,kurze, vielblüthige Dolde trägt. Die Hüllen fehlen.Der eigentliche Kelch ist undeutlich. Die Kro-n e besieht aus fünf regelmäfsigen, fast gleichen,ungetheilten, sehr kurzen, eingerollten, gelben odergrünlich-gelben Blumenblättern. Die fünf Staub-fäden sind haarförmig; die Staubbeutel rund-lich; die beyden Griffel kurz, aneinanderste-hend, undeutlich; die Narben stumpf.

Die Frucht besteht in zwey kleinen, ovalen,länglichen, auf einer Seite platten, glatten, auf derandern bauchichten und mit drey Streifen gezeich-neten, schmalen, zuweilen etwas gekrümmten Saa-menkörnern von blafs grau - gelber Farbe.

Der Fenchel blüht im Junius und Julius undder Saame reift im August und September.

Die Wurzel, das Kraut und der Saame(radix, herba et semen faeniculi) sind offizineil.

Der gewürzhafte und sehr angenehme Geruchdes Fenchels ist in den Blättern und Saamen kräf-tiger als in den übrigen Theilen und nimmt beymTrocknen noch zu. Der Geschmack desselben istgewürzhaft, süfslich und angenehm und vorzüglich

in dem Saamen entwickelt, dessen Arzneikräfte auchviel stärker sind.

Durch Destillation des Fenchelsaamens wirdein ätherisches Oel, (Oleum seminis foeniculi) erhal-ten, welches den Geruch und Geschmack desselbenim concentrirtesten Zustande besitzt.

An merk. Der in Deutschland gezogene Saa-me ist nicht so füss und ölreich, als der .Italie-nische oder cretische (fceniculum dulce), wel-cher länger, schmal, gekrümmt, nicht so glatt alsder Deutsche und mehr hellgelb von Farbe ist.

Abbildungen.Black well herb. t. 288.Ri vinus pent. t. 60.Zorn icon. pl. t. 63.Hill britt. herb. p. 4i3. t. 59. f. 5.Gärtner de fruet. et sem. pl. t. 23. f. 5.Kerner ökon. pfl. B. 2. pl. n3.Morison bist. HI. S. 9. t. 2. f. 1.Plenk icon. plant, med. t. 216.Handb. der pharm, bot. bl. XX. f. 124.Fl. du dict. des scienc. med. livr. 43. pl. i65.Erklärung der Platte.

Taf. No.

1. Der obere Theil eines blühenden Stengels.

2. Ein grofses Blatt.

3. Ein vergröfsertes einzelnes Blümchen mit den

Staubgeläfsen.

4. Ein vergröfserter Fruchtknoten mit den 2 Cirif-

feln und Narben.

5. Die vergröfserte Frucht wie sich selbe in zwev

Stücke theilt.