Russ, Podswonok, powoinik,
Poln. Slaz wielki lt'sny.
Böhm. Bylina slyzowa,
Ungar. Fejer mälva.
Der gemeine Eibisch oder Jbisch ist eine sehrschöne, ausdauernde Pflanze. Sie wächst"gern anfeuchten Orten, an Flüfsen und Bächen, auf Wie-sen und an Waldrändern. Man findet sie häufig inHolland, in den Niederlanden, in Frankreich, Eng-land, Sibirien und in mehrern Gegenden Deutsch-lands. Auch -wird sie bey uns, freylich mehr ih-res medizinischen Nutzeus wegen, als zur Zierde,in Gärten und häufig auf Feldern gezogen.
Die Wurzeln sind lang, rund, grau-gelblichund wenig äslig.
Die Weifis-filzigen Stengel sind aufrecht, rund,zwey bis vier Fufs hoch und mit einigen abwech-selnden Asten besetzt.
Die abwechselnden, gestielten, sehr weichen,weifslich-grünen Blatter sind ausgebreitet herzför-mig -eyrund, undeutlich, drey oder fünflappig, ein-geschnitten-gekerbt und mit wolligem, fast seiden-artigem Filz bedeckt.
Die kurzgestielten , blafs - purpui rötblichen ,fleischfarbigen oder auch weifsen Blüthen stehen inden ubem Blaltwinkeln in kleine Büschel vereinigt,und mit hinfälligen pfriemenförmigen Deckblättern* ersehen.
Der Kelch ist doppelt, jeder einblättrig undbleibend; der äufsere, kürzer als der innere, hatsechs oder neun tiefe, sehr schmale Einschnitte;der innere ist halbfünfspaltig und die Einschnittedesselben sind breiter und spitziger. Die Kronebesteht aus fünf, umgekehrt-herzförmigen, abge-bifsenen, flachen, dem Staubfadeurohr eingefügtenBlumenblättern* Die Staubbeutel sind fast nieren-iöruiig. Der oberhalb befindliche Fruchtknoten istkreisrund, und hat einen walzenförmigen, kurzen,vierspaltigen Griffel, der mit vielen (bey zwan-zig) borstenförmigen Narben versehen ist, die solang sind, als der Griffel.
Die Frucht besteht in einer scheibenförmigen,aus vielen zweyklappigen, quirlförmig um den säu-lenförmigen Fruchtknoten sitzenden Fächern zusam-mengesetztes Saamenkapsel. Jedes Fach ist einsaa-mig; der Saame bräunlich, klein und nicrenförmig.
Diese Pflanze blüht im Juli und August. DerSaame reift im September und Oclober. Sie wächstgern in einem nicht zu schweren, aber auch nicht
v.u leichtem, in einem lehmigen mit etwas Sand ver-mischten Boden. Man hat davon eine Varietät mitgeschlitzten Blättern (Althaea laciniata). .
Die Wurzel, Eibisch- oder Althacewurzel unddas Kraut Eibisch oder Althäekraut ^radix et her-ba Althaeae) sind ofl'izinell.
Die Wurzeln,, welche bald Binger bald kürzersind , entspringen aus einem gemeinschaftlichen Kop-fe und verästeu sich wenig. Sie sind rund, von derDicke einer Schreibfeder bis zu der eines Fingers,äufscilich mit einer gelbbräunlichen Haut überzo-gen und inwendig weifs. Mau sammelt sie entweder imHerbste oder gleich nach dem Winter. Zum Arz-neygebrauche werden sie von der äufsern Haut be-frevt, so dafs sie in- und auswendig weifs erschei-nen und um desto besser sind, je weifser sie sind.Getrocknet sind sie ziemlich zäh »und zaserig. Sie 'besitzen _fast keinen Geruch, enthalten aber eineMenge Schleim und haben einen süfslich-schleimi-gen Geschmack.
Das Kraut wird, che sich die Blumen öffnen, imMai und-Juhi eingesammelt. Es ist geruchlos, undder Geschmack desselben ist schleimig und etwasbitter.
Von der Wurzel wird in den Offizinen das Pul-ver vorrälhig gehalten. Auch wird damit ein Sy-rup, Althäesyrup eine Salbe und eine Art Kuchen,AUhäekuchen bereitet,
Abbildungen:
Flor du dict. des scienc. med, livr, 5o, pl. 19t.
Plenk icon. pl. med. 538.
Oeder fl. dan, t. 53o,
Ludwig eetyp, t. 1.
Kniphof cent, G. n. 3,
Black well herb. t. 90,
Gavanill diss. monadclph. cl. t. 3o, f. 2,
Gärtner de fr, et sem, pl. ceiit. 8, t. i3ü. f. 3.
Lamark ilhistr, t, 58i. f. 1.
Engl. bot. 147.
Schkuhr, bot. Handb. t, 192.
Erklärung der Platte.Taf. No.
1. Ein blühender Zweig.
2. Die Wurzel»
3. Der Kelch.