einer oder anderer der Lehrlinge noch besondersausser den öffentlichen Vorsesungen in einem oderanderen Theil ſich üben wollte, ſo müßten dieLehrer gehalten seyn Privatlektionen, für einenihnen zu beſtimmenden Preis zu geben. Auchsollte ich denken, daß man den Wundärzten haupt-sächlich einschärfte, sich eine hinreichende Kennt-niß in der Lehre von den Krankheiten zu erwer-ben. Ohne dieses ists doch nur immer beim Lichtebetrachtet Pfuscherei. Obzwar ich freilich vondem großen Nutzen und selbst der absoluten Noth-wendigkeit der Anatomie überzeuget bin, so glau-be ich doch viele Lehrer treiben es in den Sub-tilitäten dieser Wissenschaft viel zu weit. Washilft es doch einem Wundarzte alle die kleinerenAeste der Gefäße oder Nerven zu wissen? beyOperationen zerschneidet er selbige ja doch, ohneihrenthalben sich zu bekümmern. Der Lehrlingsiehet dieses auch als einen unübersteiglichen Bergan, wird darüber muthloß, oder versäumet an-dere viel nützlichere Theile seiner Kunst darüber.Und da diese Sachen nur ein blosses GedächtnißWerk sind, so vergist er selbige wieder bald nach-her. Ich will zwar nicht läugnen, daß nichtsollte ein Fall vorkommen können, in welchem derWundarzt sich die genaue Kenntniß eines oderanderen kleinen Gefäßgens oder Nervgens wün-schen würde: Allein dergleichen Fall ist nicht al-lein äusserst selten, sondern es kann ja alsdennder Wundarzt leicht in einem anatomischen Buchdiese Subtilität nachsehen. Es wird ihm dieseskeine Mühe kosten zu finden, da er doch immereinen ganz deutlichen Begrif vom ganzen menſch-lichen Körper nothwendig haben, und in friſcherGe-
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Patriotische Vorschläge zur Verbesserung der Medicinal-Anstalten hauptsächlch der Wundarznei und Hebammenkunst auf dem platten Lande
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8
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