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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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506 Zweiter Teil. B. Die Verfassung: des weltlichen Chorherrnstifts.

gesamte niedere Stiftsgeistlichkeit urnfasste. Neben dem idealenreligiösen Zweck, dem sie ihren Ursprung verdankte, werden dochauch schon in der Stiftungsurkunde die finanziellen Vorteile hervor-gehoben, die sieh für die priesterlichen Mitglieder ergaben. 1 ) Durchzahlreiche Jahrtagsstiftungen wuchs das Vermögen der Bruderschaft 5rasch an. 1 ')

Titel der Chorvikariate. Bei der Errichtung des Stiftswar angeordnet worden, dass jedem der zehn Chorvikare ein be-stimmter Altar als Titel angewiesen werden solle; 1 ) der Statuten-entwurf aus Propst Heinrichs Zeit 4 ) bestätigt die geschehene Aus- 10fiihrnng dieser Vorschrift. Eine Aufzeichnung darüber hat sichnirgends erhalten; ans gelegentlichen Bemerkungen 6 ) können je-doch die Titel der zehn alten Vikariate fast vollständigfestgestellt werden. Es sind folgende, nach der Zeit der Stiftungbezw. erstmaligen Erwähnung geordnet: 15-

1. Kaplan ei in Unser Frauen Kapelle (im Kreuzgang),L363 Dezember 5 errichtet. Kollator: der Abt. Wurde bis L460durch einen monachns capellanns versehen. Verpflichtung: täglicheMesse nach derOappelmcssc" und vor der Frühmesse, sowieSingen und Lesen im Chor.") 20

2. St. Maria Magda I enen ka p la n ei, 1383 März 6 durchHeinrich Herbst selig und Agnes seine eheliche Wirtin in die Magda-lenenkapelle auf dem Kirchhof gestiftet mit Verpflichtung zum Chorund täglicher Messe (wann der tag an gat in der frü"), bis 14G0durch einen monachns capellanus verselten; die; Kollation hatte 25der Abt, die Präsentation Dechant, Keller, Custer und die zwei

') S. 271,18. Der Eintritt in die Bruderschaft war für die Vikare undVerweser obligatorisch (S. 271, 812).

2 ) Bereits im J. 1606 nahm Propst Albrecht II. zur Bezahlung des könig-lichen EiHsgelds bei der Pflege der Veitsliruderschaft eine Schuld von 150 fi.rhein. auf (Hofratsprot. I Fol. 73/74). Krzberger, Säkularisation in Württem-berg S. 200, gibtnach der Oberamtsbeschreibung" das Kapitalvermögen derBruderschaft im .1. 1802/08 auf 300 000 Mark an; in der genannten Quelle ver-mag ich jedoch diese Antrabe nicht aufzufinden.

3 ) Stet, Petri cap. 48 (S. 125).*) Kap. 38 (S. 211).

: ') Bei der Investitur auf die Vikariate wird sehr selten der Titel des Al-tars, sondern meist an dessen Stelle der letzte Inhaber der Pfründe genannt.") Stiftungsbrief (Kopie) im DiplomatarNr. 4. Abgesehrifft allcrla.y

Hrieff'- Fol. F>n.