V. Kap. Der Fürstpropst. § 14. Rechte u. Pflichten des Propsts. 453
1)) a u s z e i c li 11 e n d e T i t u 1 a t u r: „Eevere n d 11 s e tiilustris" 1 ) bezw. später „Reverendissimus et illustrissi-111 us princeps et dominus,"*)
e) Vortritt (praecedentia) 8 ) und auszeichnenden Sitz5 (cathedra) in der Stiftskirche, 4 )
d) Begräbnis in der Stiftskirche selbst (vor allem inden beiden Querschiffen), 6 ) während die Chorherren, wofern ihnennicht ein besonderes Privileg gewährt wurde, B ) im Kreuzgang
') S. 216, 39; vgl. S. 430,35. 433,30; die Titulatur des Abts s. S. 13, 1—2.
-) S. 237,6. 436,15; in der Anrede ursprünglich „Gnädiger Herr" (vgl.S. 144,37: „dominus graciosus"), später: „Fürstliche Gnaden". Die Pröpsteseihst nennen sich gewöhnlich „Propst und Herr" (S. 138,34. 148,17. 188,9.215,18. 256,13).
s ) Chorordnung Albrechts L, Art. 3 (S. 149 f.).
4 ) S. 149, 33: „prhnus in latere suo in snperiori sede" (vgl. S. 281,32).Die cathedra des Fürstpropste befand sich ehedem auf der Evangelienseite desChors.
s ) Fast sämtliche Pröpste, die in Ellwangen starben, sind in der Stifts-kirche seihst beigesetzt (vgl. OAEllwangen S. 388 ff.), nämlich im nördlichenQuerschiff, wo auch Abt Siegfried Gerlacher liegt, Christoph von Freiberg undJohann Christoph II. von Freiberg, im südlichen Querschiff (ausser Abt Johann I.von Holzingen) Johann von Hürnheim, Albrecht I. von Rechberg, Johann Rudolfvon Rechberg (Khamin, Hier. Aug. II, 202), im Langhaus Johann Jakob Blarerund Heinrich Christoph von Wolframsdorf. Bernhard von Westerstettcn wähltesich (wie Abt Kuno II. von Gundelfingen) die westliche Vorhalle, wo mehrereGlieder seines Geschlechts begraben liegen, Johann Christoph IV. Adelmanudie lauretanische Kapelle auf dem Scbönenberg zur letzten Ruhestätte aus.
6 ) Dem ersten Stiftsdekan Georg vom Stein wurde im J. 1471 durchKapitelsbeschluss vergönnt, sieb den Ort seines Begräbnisses frei zu wählen, „imKreuzgang, auf dem Kirchhof, oder in welcher Kapelle er will, oder im Münsterdes Stifts wo er will, ausgenommen im ('hör oder in der Gr 11 ft" (Krypta);er wählte jedoch die Liebfrauenkapelle im Kreuzgang (Bus], Stiftskirche S. 60).Bis jetzt sind nur drei Chorherren bekannt, die — jedenfalls auf Grund einesähnlichen persönlichen Privilegs — in der Stiftskirche selbst beigesetzt wurden,nämlich der Kustos Albrecht Schenk von Schenkenstein (OAEllwangen S. 389)und zwei Kapitularen des 18. Jahrb., Anton Albert von Freiberg, Dekan, undJoseph Anton Graf von Hohenlohe (Busl a.a.O. S. 56). Für die niederenStiftsgeistlichen (Prediger, Verweser, Vikare, Leviten) war ursprünglichder östlich der Stiftskirche (zwischen Kirche und Kustoriegohäude) gelegene sog.Herrenkirchhof (coemeterium dominorum) bestimmt; ein Kapitelsbeschlussvom 16. September 1503 (Rez. I Fol. 15 a ), „fortan die Vicarier in den Kreuz-gang zu legen", wurde nicht durchgeführt; vgl. WVjb. 1908 S. 287 (Stifts-prediger Haisswasser) und Rez. II Fol. 52 a (1538 April 11 wird dem verdientenChorvikar und SubkuetOS Meister Veit Goldstainer „ein Epitaphium und Sepulturim Kreuzgang" bewilligt). Erst seit dem 17. Jahrb. scheinen die niederen Stifts-geistlichen regelmässig in den Kreuzgang gelegt worden zu sein, während ihnen