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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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Vorwürfe dos Trithemius gegen die ehemaligen Jlöncke. 365

neu beschwören und die Verantwortung dafür auf ihr Gewissennehmen. 1 ) Man sieht, dass Peter die Durchführung der päpst-lichen Bulle sich nicht leielit gemacht hat und durch die gewissen-hafte Untersuchung des Sachverhalts sein Gewissen zu entlasten

5 bemüht gewesen ist. Sein ernstes Bestreben, durch die Umwand-lung denGottesdienst" in Ellwangen zumehren," spricht sodanndeutlich aus vielen seiner Statuten, die ganz den Geist der Reform-konzilien seines Jahrhunderts atmen.-)

Da ist des denn auch nicht zu verwundern, dass die

in Erzählung von dem unglückseligen Tod des Bischofsebenso ungeschichtlich ist wie die Bestechungsgeschichte. EinAugenzeuge seiner letzten Stunden, Heinrich Lur, der damaligePfarrer der bischöflichen Residenzstadt Dillingen, wo Peter vonSchaumberg am 12. April 1469 das Zeitliche segnete, berichtet

15 uns darüber:In optima dispositione ecclesiastica devotissime,humiliter, patienter et rationabiliter solvit mortis tributum. 8 )

Im übrigen hält es nicht schwer, die beiden Bestandteile derSage über Bischof Peter auf ihre Quelle zurückzuführen und ihre Ent-stehung zu erklären.') Es darf somit als feststehende Tatsache

') a. ii. O.

-) Vgl. oben S. 85.

:] ) Collatio per raagistrum Henricum Lur Dilioganum facta ad populumde morte Romani cardinalis et episcopi Augustani a. 1). 1469 XVII. mensisAprilis hsg. von M. König im Jahrbuch des bistor. Vereins Dillingen IX (1896),107 126; die Stelle a. a. 0. S. 113. Noch eingehender schildert Lur die letztenTage und Stunden a. a. 0. S. 117 f.

*) Ähnliche Behauptungen lagen damals sozusagen in der Luft. 7m der angeb-lichen Bestechung vgl. Luthers Tischreden oder Golloquia, nach Auri-fabera 1. Ausgabe hsg. von Förstcmann 3. Abt. (1&46), S. 181 Nr. 11 :Des PapstesGeiz. Papst Leo ward von den Barfussermönchen bestochen mit 80000 Dueatcn.dass er sie nicht wollte reformieren. Da er nu das (jehl aufm Tisch sähe,sprach er:Wer kann so viel Gewappneten widerstehen?"" Summa: Heldmacht Schalke!" Die Anekdote bezieht sich auf die definitive Trennung desFranziskanerordens in Observanzen und Konventualen durch Leo X. im J. 1517(Heimbucher, Orden und Kongregationen II, 880f.). Luthers Tischreden habenwohl die Quelle für die Erzählung der Zimmerischen Chronik abgegeben, wennsie auch in der Übersicht der Quellen der Chronik (IV, 886ff.) nicht genanntwerden. Für den zweiten Punkt lieferte die Vorlage der Abt Trithemius,dem es gleichsam als Axiom galt, dass dieApostaten", d. h. die säkularisiertenMönche, eines raschen und unglückseligen Todes, ohne Empfang der kirchlichenSakramente starben. Vgl. Annal. Hirsaug. II, 522 (Kloster Sclz). 537 (.Propstvon Klingenmünster). 559 (Kloster Neuweiler:Omni 8 apostata brevisvitae, quod verrucatum testamur in multis, quorum maior pars aubitanea et