Dekan Georg vom Stein. Neue Sparung 1459. 329
Gotteshauses gewesen ist (bis 1454), auch von „Zornwort undertragnusse" wegen Unwille und Irrung entstand. Die Parteienübertrugen den Schiedsspruch dem Kardinal Peter, Bischof vonAugsburg, und dem Abt Johann, die am 22. Februar 1457 zu Dillingen
5 entschieden, dass aller Unwille zwischen ihnen ab und sie gutFreund sein und einander nichts herauszugeben pflichtig sein sollen.Dem von Hoppingen endlich wurde auf sein Ansuchen die Dcchaneiabgenommen und ein dreijähriger Urlaub in ein anderes Klosterseines Ordens sowie 30 fl. rhein. von der Kellerei als Pfründe
10 bewilligt. ] ) Sein Nachfolger im Dekanat wurde der geschäfts-gewandte Georg vom Stein von Diemantstein, der in demStreit mit Ulrich von Hoppingen die Sache des Konvents vertreten hatte.Wir dürfen mit Grund vermuten, dass auch in diesem Fall derKardinal von Augsburg das entscheidende Wort gesprochen und
15 den missliebigcn Dekan zur Resignation bestimmt hat.
Dass freilich den bisher geschilderten Reformversuchen, weilsie auf halbem Wege stehen blieben, kein durchgeifender undnachhaltiger Erfolg beschieden sein konnte, liegt auf der Hand.Als die fünf Jahre der letzten Sparung abgelaufen waren, hatte
20 sich die La"'C des Klosters nicht gebessert, vielmehr machte sichihre Unhaltbarkcit noch in verstärktem Masse bemerkbar. Daseinzige Heilmittel, die Einführung der Observanz und der Anschlussan die Bursfelder Reformkongregation oder wenigstens an dieUnion von Melk, wurde verschmäht. Das hauptsächlichste, im
25 letzten Grund einzige Hindernis für die Reform bildete der aus-schliesslich adelige Charakter des Klosters, an dem die Ritterschaftnicht rütteln lassen wollte und auch die Fürsten aus Gründen derPolitik festhielten.
Zunächst suchte man sich nochmals mit einer blossen
30 „Sparung" zu behelfen. Durch Schiedsspruch des Propsts Wilhelmvon (Mönchs-)Rot, des Karl Truchsess genannt Graner und desHans von Ahclfingen von Hohen ah dringen wurde am 3. Oktober145 9 die Fortdauer der bisherigen Sparung auf die nächsten zweiJahre ausgesprochen. 2 ) Die Kellerei, Custrei und andere unver-
') Abschrift, des Tädingsbriefs (d. Dillingen am Aftermontag sunt. Peters-tag zi latin katliedra genant Anno 1457) im Diplomatnr „Nr. 4" Fol. 82. '
2 ) Orig.Perg. mit den stark beschädigten Siegeln der drei Schiedsmänner,d. am Kittwuch nach Sannt, Michels tag des hailigen Erczengels des Jares 1459,in Kasz.31. - Über W i 1 h e .Im (II.) v o n Lust(e)nau (OA. Tübingen'), ca.1450-60Propst der llirsauischen Propstei Mönchsrot BA. Dinkelsbühl, hernach (1460-79)