Erster Teil.
Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangenin ein weltliches Chorherrnstift im Jahre 1460.
I. Kapitel.5 Einleitung. Verfall des Klosterwesens im allgemeinen, des KlostersEllwangen im besonderen.Das Klosterwesen hatte im grossen und ganzen um die Wendelies 13. Jahrhunderts seinen Höhepunkt überschritten. SämtlicheOrden, mit alleiniger Ausnahme des strengen Kartäuserordens, der10 auch jetzt noch eine Zeit der reichsten Entfaltung und schönstenBlüte erlebte, sowie der in dieser Periode neu aufkommendenStiftungen Gerhard Groots in Deventer (gest. 1384), standen imausgehenden Mittelalter mehr oder weniger im Zeichen des wirt-schaftlichen und sittlichem Verfalls; besonders für die alten,15 besitzenden Orden, vor allem für den des hl. Benedikt, war das14. und 15. Jahrhundert eine Periode des Niedergangs fast aufallen Gebieten. 1 ) Die Ursachen dieser beklagenswerten Erscheinung
') Im allgemeinen vgl. Heimbuch er, Orden und Kongregationen I, 284 bis295, woselbst, reiche Literatur verzeichnet ist. Im einzelnen vgl. z. TS. L i im e b orn,Der Zustand der westfälischen Benediktinerklöster in den letzten 50 Jahren vor ihremAnschlüsse an die Bursfelder Kongregation; kurze Zusammenfassung seinerResultate in StudMittBenCist. XX, 285ff.; Württembergische Kirchengeschichte,hsg. vom Oahver Verlagsverein 1893 S. 197—201; die inneren Verhältnisse desBenediktinerklosters Comburg um die Mitte des 14. Jahrb. schildertG. Boss er t in: Württembergiscb Pranken N.F. III (1888), 3(3-43. FürFrankreich vgl. das unvollendete Werk von H. Denifle, La desolafcion deseglises, monasteres et hdpitaux cn France pendant. la guerre de Cent ans 1. II,1 und 2 (1897 und 1899); in einer Supplik an den Papst vom .1. 1419z. B. heisst es vom Benediktinerorden in Frankreich: „quasi totus ordo monas-ticus in dictis partibus iam peue lapsus est et observantie reguläres et reli-gionis diseiplina depereunt" (a. a, 0. I, 573'ss. Nr. 1037); die Darstellung der