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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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252 XXIX. Einzelne Statuten fies 18. Jahrhunderts.

Domini die deeima mensis Martii 1 ) 17G9 unanimiter decrevimus ethisce denuo statuimus, ut principalis ecclesiae nostrae canonicus,qui a die possessionis paeifice adeptae annis inchoative quadragintalabores praebendae snae sustinnerit, non solum pro iubilaeariosit repntandus, sed siinul etiam, duniodo diehus peremptorialibus 5praesens sit et intra moenia se contineat, ommnes fruetus tani inforo quam in clioro a beneficio dependentes ordinarios aeque acextraordinarios pereipiat atque in omnibus et per omnia legitimeresidentibus aequiparetnr, quam utilitatein ei pariter impartimur,si ceteroquin in civitate aut intra moenia commoretur. Si vero 10praefatis diebus et alias extra moenia et absens fucrit, salvis nilii-lominus suetis hueusque aedium, pratorum et hortormn utilitatibusei integre remanentibus, simplici et nudo sie dicto corpore sit con-tentus. Um den Bestand den Statut* zu sichern, beschliesst manschliesslich, auch noch die Konfirmation den Fürstpropsts Anton ]5Ingnaz nachzusuchen.' 1 )

4. Ermässigung der Residenz. 1769 1791.Kein Punkt der Statuten wurde öfter geändert oder richtigergesagt keine Vorschrift derselben mehr übertreten als die Residenz-pflicht. Wir hatten bisher schon oft Gelegenheit, uns davon zu 20überzeugen, dass der tatsächliche Brauch jederzeit um ein bedeuten-des milder war als die geschriebene Satzung. Seit dem Ende, wennnicht schon seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts war die halb-jährige Residenz allgemeine Übung, 8 ) obwohl noch der Vergleich vom17. September 1580 neunmonatliche Residenz vorgeschrieben hatte.*) 25Die Ursache dieser beklagenswerten Entwicklung war die zwar vomTridentinum (sess. XXIV de ref. c. 17) äusserst erschwerte und.missbilligte, in der Tat aber an den deutschen Stiftern bis zurSäkularisation allgemein übliche Pluralität der Beneficien, die manmit der Behauptung zu rechtfertigen suchte, dass eine Präbende :-30nicht den genügenden standesgemässen Unterhalt abwerfe. MitBezug auf das Stift Ellwangen hatte diese Begründung immerhin

') Das Datum kann nicht richtig sein, da der Sonntag MisericordiaDoniini im Jahr 1769 auf den !). April fiel. Es liegt offenbar ein Schreibfehlervor: 10. März statt, 10. April; vgl. auch das Datum des nächstfolgendenStatuts betr. die. Residenz.

'') An deren Erteilung ist trotz des l<'ehlens einer Nachricht nicht zuzweifeln.

*) Vgl. Statuta Henrici cap. 10 (S. SOG) und die Äusserung des Kapitelsgegen den Propst Johann Jakob im, J. 1642 (S. 243).

4 ) Oben S. 230f.