XVIII. Ohorordnung Albrechts I. (1496?) 147
und Einschärfung der seit. Errichtung des Stifts beobachtetenGebräuche handelte, erfuhr jedoch eine völlige Bestätigung, als ichnachträglich durch eine gelegentliche Bemerkung von f ProfessorDr. A. Vogelmann ] ) auf eine in Privatbesitz befindliche Handschrift
5 der ursprünglichen Chorordnung aus der Zeit Albrechtsl.aufmerksam wurde. Das Ergebnis der Vergleichung war, dass dieÜbereinstimmung der conmetudines chori in beiden Handschriften(32 Kapitel) eine vollständige ist und, sich, bis auf zahlreiche sprach-liche Verstösse erstreckt. Verschieden ist bloss der Eingang; auch
10 enthält die Fassung von 1568 noch eine Schlussermahnung, die inder ursprünglichen (wenigstens in der vorliegenden Handschrift) fehlt.Die ursprüngliche Chorordnung entbehrt in der einzigen bekann-ten Handschrift des Datums; trotzdem lässt sich die Zeit ihrerEntstehung genau ermitteln. Sie ging aus gemeinsamen Beru-
15 tungen des Propsts Adalbert (= Albrecht von Rechberg), desDekans Beruhard von Wester stetten und des Kapitels her-vor. Da Bernhard von W esterstetten einerseits erst am 18. Juni 1496in den Besitz des Dekanats gelangte, andererseits aber bereits am
15. Juli genannten Jahres eine Chorordnung vorlag (s. oben), so20 muss sie in der kurzen Zwischenzeit — im Sommer 149 6 —
aufgestellt worden sein.
Handschriftliche Überlieferung. 1. Die Chor Ord-nung Alb rechts von Rechberg liegt, soviel bekannt, nur in dervon Vogelmann a. a. 0. beschriebenen Handschrift (zit. A) vor:25 9 Bl. Pap. ohne Schlussformel und Datum, der zweite Teil einessauber geschriebenen Sammelbands in Quart aus dem Anfang des
16. Jahrhunderts (nicht vor 1511). 2 ) Der derzeitige Besitzer, HerrEamerer Laun in Schönenberg, hatte die Güte, eine sorgfältigeAbschrift für mich anzufertigen.
80 2. Fassung des Jahres 1568: 5 Bl. Pap., gleichzeitig,
von der Hand des Syndikus Würzburger (zit. B); Fasz. 222. Auf-
') Theologische Quartalschrift (Tübingen) 72 (1890), S. 90 f.
2 ) Der ernte Teil (123 Bl.) enthält ein Proprium der TMwanger Stifts-kirche (ohne Jahreszahl), der dritte Teil Abschriften der Stiftungsbriefe von4 Chorvikariaten uns den Jahren 1501 — 1511. Alle Teile sind von einerHand geschrieben; die Abschriften des dritten 'Teils dürften ungefähr gleich-zeitig mit den Originalen gemacht sein. Aus dem ersten Teil schöpfte Vogel-mann für seinen Aufsatz: Lateinische Hymnen, Antiphonen usw. aus der ehe-maligen Kollegiatkirche, bezw. dem früheren Benediktinerkloster zu, Jüllwangen.T'An Beilrag zur Ilymnologie und zur Oesciiichte der genannten Kirche (a. a. 0.'S. 90—128. 265—295).