XII. Statuta Petri 1460. 93
erben ewiclich in der kirchen bei den gottlichen loben stett uffmerg-ken und mittseyn zesingen und erschallen, auch zemcrgken beiainer iegklichcr personell alswoll grosszen als klainen, wie sie Gotdem almechtigen schuldige lob bezalen, auch wie sie sunst mit5 leben und sitten webern, auch fnrsittze stetticlich im capittel, inwelchem als ayn hopt er durch seyn selb oder will er durch ayntechan gelupde erfrage und er nach ir aller gelupdcn beschliessz,es sig dann daz der selb probst von redlicher ursach wegen undder kirchen nuttz halbe bei andern Sachen verhindert werde,
10 daz er nit dem göttlichen dienst oder capittel beywesen muge uffdie zytt.
Kap. 2. Item daz ieglichcr probst die grosszeren ubertrettungund snnde, dye da verclagnnge nach der hailigen rechte uszwis-sung wirdig seint, als woll techans, custers, scholhcrrn als aller andern
15 tumherrn und personen der obgenanten kirchen züchtige, pynigeund besszre, doch mit ratt ayns techans, custers und schulherni,so dann zu zytten seint. Wer aber ertlicher von denselbentechan, custcr und schulherrn umb ayn sullich ubertrettung ze-stroffen, so soll er mit ratt der andern zwayer genannten und
20 desz eitern priesters tumherrn so dann ze zyten ist, oder wer sachedaz zwen von den vorgenanten straffbar weren, so soll er mitrautt des aynen von den dryen und zwayer priester der eiterntumlicrrii, oder wer sacli daz die alle dryn (sie) vorgenanten straff-bar erschienen, so tug er das mit ratt dryer priester der eitern tum-
25 herrn und sunst umb kayn sach. In den claynen ubertrettungen,die nit vcrclagung wirdig seyn, und in versuinnuszen und onwy-sen desz chörs und andern deszglichen der techan so zu zytenist alle und ayn iegklichen custer, scholherrn, tumherrn und per-sonell der kirchen pynige und besszre nach gestalt und grossze
30 de[r] ubertrettung.
Kap. 3. Item daz ayn probst in alle und icgkliche personender kirchen, welchcrlay statt« sy seygen, gewalt zerichten habeüber weltliche Anspruch iegklichcr geschefft und recht spreche und
chori mit onwyson desz chors ist ungenau; das Wort bezeichnet vielmehr einausgelassenes, unanständiges Benehmen.
Kap. 3. Die streitige oder Zivilgerichtsbarkeit über sämtliche Stifts-personen ist ausschliesslich Sache des Propste (doch machte auch auf diesemGebiet bald der Dekan mit Erfolg Ansprüche geltend) ; dabei dürfen dem Geist derZeit entsprechend auch kirchliche Strafen angewendet werden. In die Straf- oderKriminalgerichtsbarkeit aber muss sich der Propst mit dem Dekan nachKap. 2 teilen.