28 VI. Korrespondenz zwischen Ellwangen u. Dillingen.
denn es mecht über XXX jar ein kunfftiger dawider reden odertun. Doch koni wir mit dem artickel villycht aber wol usz largecapiendo inycium (?)'). Aber der vierd artiekel und der gröszt,der herrn Jörgen und mir swer ist, der ist der: unserni herreDcardinal ist gesagt, und als ieb verstau, so hat es einer wer der 5ist nächst dein Gotzfeld oder lier Hansen zu Elwangen a ) geswetztund sagt, im sey furkomnien, wie das mein gnad und der eonventmit tadingen umm sint gangen daz sie mein gnad an den IUI güldenjars II gülden naiszwen 8 ) geben sollen. 4 ) Und wer das also, soweit er es in keinem weg leyden, auch darüber nichts zu den 10saebcn tun; er weit es auch mein gnaden nit zu hol' lassen ganund dem eonvent, daz man in also besehaleken und iimfuren weit.
') Dan letzte Wort war nicht sicher zu entziffern. Der Sinn ist: Bei weit-herziger Auslegung kommen ivir auch mit diesem Artikel wohl aus.
'') Herr Hans zu Ellwangen dürfte lütter Hans von Ahelfingen derÄltere sein, der bei der geheimen Abmachung, von der hier die Iiede ist (obenNr. V), mitwirkte. Ein Herr von Golzfeld (Gottsfeld, bayer. AG. Pegnitz,Mittelfranken), der zu Ellwangen Beziehungen geliabt Itiitie, ist nicht nachzu-weisen; doch kann es sich wohl nur um den Augsburger Domkapitular Georgvon Gotzfeld, decretorum doctor, handeln. Derselbe begegnet als Domherr zuAugsburg von 1453 (Khamm, Hier. Aug. I, 601) bis 1486 März 21 (Mo. Bo.34b, 195) und ivar zugleich Propst des Stifts St. Gertrud zu Augsburg (Khamm,Hier. Aug. II, 86), Pfarrer (Kirchherr) zu Günzburg (Steichele-Schröder, BistumAugsburg V, 229. 267) und Wiesensteig (WGQu. II, 543 Kr. 213). Er ist offenbaridentisch mit dem gleichnamigen und gleichzeitigen Würzburger und AugsburgerDomherrn und „Oberpfarrer" zu Hof, der am 17. Nov. 1491 gestorbensein soll (Amrhein im Archiv des histor. Vereins von Unlerfranken XXXIII[1890], 63 Nr. 984). Das angebliche Todesjahr 1476 des Augsburger Domherrnund Propsts zu St. Gertrud (Khamm, Hier. Aug. I, 601 = II, 86), wonachein älterer und ein jüngerer Georg von G. zu unterscheiden wären, ist nachden obigen Angaben offenbar falsch] auch trat der nächste Propst von St. Ger-trud, den Khamm kennt (a. a. (). II, 86), Matthäus Marschall von Pappen-heim, sein Ami erst 1492 an, was zu der obigen Todesangabe Gotzfelds vor-trefflich stimmt. Aus den vielen Pfründen des Mannes darf man auf seineBedeutung schliessen; als Landsmann (und vielleicht auch Vetter) durfte erdem gleichfalls einem fränkischen Bittergeschlecht entstammten Kardinal nahe-gestanden haben.
3 ) naiszwen statt: neiszwann (Verstümmelung von: ne weisz wann = ichweiss nicht wann), irgendwann,irgendeinmal,etwann (Grimm, Wörterbuch VII, 593).
*) Hier und im folgenden ist die Rede von 4 und 2 fl. statt von 400und 200 fl. Es handelt sich um die Abmachung vom 23. Februar (Nr. V),wonach Abt (Propst) Johann, der zur Errichtung des Stifts von seinen Abtei-nutzungen 400 fl. jährlicher Gült dem Konvent (Kapitel) überlassen musste,von letzterem eine persönliche lebenslängliche Kompensation von 200 fl. erhaltensollte.