4 I. Beschreibung des Klosters [1434?].
(oder auch der württembergischen Grafen) an den ungenanntenUrheber jener Vorschläge.
Zeit der Abfassung. In beiden Schriftstücken ist die Bedevon einem Konzil, offenbar dem Basler. Für den ersten Teil istdurch die Nennung der Herren von Wirtemberg (Mehrzahl) ohne 5weiteres die Zeit der gemeinsamen Begiernng der GrafenbrüderLudwig und Ulrich V. (1433 — 1442) gegeben. Anhaltspunkte fürdie Zeitbestimmung sind, im zweiten Teil noch 1>esonders die Bitteum Absolution des Abts und Konvents von ihren „vergangenen Misse-taten", ivas sehr gut für die Begiernng des Abts Johann (I.) von 10Holzingen (1427 — 1452) zutrifft, und vor allem der geplante „Tagzu Stuttgart", dem die Klostervisitation vorhergehen soll, ohne Zweifeldie Verhandlungen, welche die Sparung vom 25. März 1435 brachten. l )Dazu stimmt vorzüglich, dass seit Sommer 1434 die vom Konzilangeordneten Klostervisitationen in den Diözesen Augsburg und 15Konstanz im Gang waren. Auch für den ersten Teil dürftegleichzeitige Entstehung anzunehmen sein. Dem steht allerdings dieAngabe im Weg, dass derzeit keine der drei Propsteien mit einemMönch besetzt sei, tvas wenigstens für Wiesenbach nicht zuzutreffenscheint; doch ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass Budolf von 20Überkingen, der 1427 ff. und zur Zeit seines Todes (1439) alsPropst dortselbst bezeugt ist,*) in der Zivischenzeit die Propsteivorübergehend abgeben musste; auch muss mit der Möglichkeit einesIrrtums in diesem mehr untergeordneten Punkt gerechnet werden,zumal das Schriftstück von württembergischer Seite ausgeht (vgl. den 25Schluss). Wenn im zweiten Teil bloss von dem Herrn von Wirten-berg (Einzahl) die Bede ist, so ist eben der ältere Bruder, GrafLudwig, gemeint, der denn auch die Verhandlungen vom Frühjahr1435 „zugleich im Namen seines Bruders, Greif Ulrichs", führte. ')[Blatt 1] Des closters zu Elwangen gelcgenhait ist also. 30Es leit in einer stat und ist unbeslossen. 3 ) Und ist die statdes closters. Und das closter ist exenipt.
Und sint die munch all edel und dafür haben sie daz her-bracht daz sie kain andern ynnemen denn der edel ist.
*) OAKllwangen S. 449.
*) Chronic. Elcac. zum J. 1439 (Giefel p, 48) ■ OAKllwangen S. 4S8\3 ) = ohne Klausur, also ein „offenes" Kloster. Vgl. Joh. Meyer, Refor-matio Predigerordens S. X V ; Die Reformation des Kaisers Sigmund hsg. vonWerner S. 47, Z. 20.