Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... bestehende in einer Fortsetzung und Vollendung der vorhergehenden, zwischen dem löblichen und vortrefflichen Churfürsten zu Brandenburg Friderico I. und dem letztverstorbenen Marggrafen zu Bayreuth, Georgio Wilhelmo : worinnen nicht nur der Rest von der höchst-merckwürdigen Historie des Churfürsten, sondern auch das Leben des Marggrafen enthalten ...
Entstehung
Seite
1019
Einzelbild herunterladen
 

l 1279. ) Atz» _

DerWarggraf.

- Dekjeyigeirret,welcherm der Mynung stehe-,als vbbevsolchenöffentlichen Lustbarkeiten, wo einegroffe Menge Menschen zusam-men kommen, die meiste Gelegenheit zu solchen Dingengegebe«werde, welchewirckliche und verdammbche Sünden zu nvnnen sind.Ach,igeehrrester Herr Varer.' in vielen.engen und geschlossenen(lompsgnien,. wann sich ein paar Leute unterschiedenen Geschlechts,nemlich einMänttleinundM8räu!ein,dlesonstnicht zusammmgehö-ren. oder auch noch mehr Personen von Heyden Gattungen, zusammeneinfurden, und sogenannte vertrauliche vilcurse führen, auch mit einan-der schertzen, spielen und tantzen, gehet es biel sundlichex zu, als beyKe-äouren ^ Llarnevsk - lbtkstbarMteN UÜdMasLsrsüen. Denn es gikbetnicht wenig Leute, welche unfähig sind, solche ('onvLi-sarionex zu führen,wob y der hochheilige Name'GOWs Wl gemißbraüchrl werdensolle. Der arme Nechste, dessen Fehler und Gebrechen mit demMantel der Christlichen Liebe bedecket werden solle, wird entsetzlichdurch die Hechel gezogen, und seiner eben so wenig geschonet, als unmässi'ges Fressen und Sausten gespüret. Ger zur Geilheit uiclwiret, er-langet in dergleichen engen und geschlossenen LompsZirrett weit mehrGelegenheit stinen schändlichen Begierden ein Genügen zu thun.Denn das Schergen, Tangen, Spielen undBurgweilen führet zueiner vertraulichen Bekandrschaffr, und diese weifet die Thüre zurCammer, oder sonst zu einem verborgenen und heimlichen winckel.Zum wenigsten hat man hicselbst weit m'ehr Zeit und Bequemlichkeit,eine Frauensperson zu pei-iuacHren, oder, weiterer Zusammenkunffcwegen Abrede zu nehmen, als auf derReüome, und bey der Versamm-lung vieler iVlgxquen, oder ^lgicgrgüen. Ich bleibe demnach dabey,daßdie earnsvalr-Lustbarkeiten, und iVlsscgrgüen, an und vor sich erlaubteDingesind, womit sich ein jedweder ergötzen mag, wann er sich dabeyfein in denen Gchrancken derErbarkeit mrd Mäßigkeit hält.

DerKhmfürst. '

Ich kan mich noch nicht reiolvixen, eurer Meynung Beyfall zu ge,ben, geliebrester Herr Sohn! weiß auch nicht, worzu die^rnev.-,!; -Lustbarkeiten und ^lai'cgrsÄen dienen, sondern halte vielmehr davor, eswäre weit besser, wann einjedweder hüpsch zu Hause bliebe, betete, unddes seinen wartete.

Aaa aa z Der