Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen dem löblichen, und vortrefflichen, Churfürsten zu Brandenburg Friderico I. des jetzigen königlichen preußischen Hauses Stamm-Vatern, und dem letzt-verstorbenen Marggrafen von Bayreuth, Georgio Wilhelmo : worinnen, nebst gantz sonderbaren Discursen, die über alle Massen merckwürdige Historie des Churfürsten enthalten ...
Entstehung
Seite
976
Einzelbild herunterladen
 

,__«OZ ( 976 ) _^_

Fenstern,auf denen Dächern und an allen Aussichten lagen, diesegrosse Handlung m t anzusehen.

Als ich nun aufden <Q>ber Marck kam, hielte ich stille. Der Ray.er trat durch einen gemachten Gang aufdieBühne,mw fetzte sich aussenerrichteten Thron. Dem Baystr foketen zwey Cardinäle und dreyBischöffe, welche Mar nichts bey der Handlung zu schaffen hatten,aber dennoch darzu erbeten wa cn,weil man wüste, daß sie die inveN-mrgerne mit ansehen wollen. Nach diesem kam der Bäyjetliche DbristeTanyler, welcher bey de/ Belehnung die Briefe ablesen muffe. Mitt-lerwelle gelandete der Zug dem Bäyserlichen Thron immer etwas nä-her, und der Bäyser ward von mir, zu Pferde, tief gebücket, gegrüsset;Wie dann auch die beyden Ritter die Paniere, so sie führeten, in etwasfmcken ließen. Die beyden Cardinäle, wie auch die drey Bischöffe, wel-che mit dem RaystraufdieBühne getreten waren,setzten sich auf die an-dern errichteten, Vvrbcsagten Stühle nieder. Der Gbriste Tanylerstunde hinter denen Cardinälen, und hielt einen Briefin Händen, der mitzweyen Siegeln behängen war. Der Bäyser trug die güldeneReicbs-Lrone auf dem Haupte, und war mit dem gantzen Bäuerli-chen Reichs-Ornst bekleidet.

Da der Anzug aufdieBühne geruffen ward,stieg erstlichLudwig,der Churfürst m Pfaly, als höchster Psirlygraf des Reichs hinauf.Er nwrmit dem Chur-Rock bekleidet, und hatte den Reichs Apffel,kngkeichen den Bäyserlichen Scepter in Händen. Er stunde hinter ei-nem sitzenden Ca dmal; jedoch so, daß man seinen halben Leib, nebstdem Reichs-Apffel und den Sceprer sehen kunte. In der Chur Blei-dung kam auch Heryog Nucl»!pi, zu Sachsen, als höchster pfalygrafin Sachsen, und Ery-MarWall, welcher sich hinter den andern Card!-nal zur rechten Seite, zwischen dem Römischen Bäyser und dem Gbri»sten Cantzlerstellete. Er hatte das Bäuerliche Gchwerdr in Hän-den, welches cer Bäyser bey der Belehnung gebrauchte. Nach ihmstiegm noch verschiedene Bischöffe und Cardinäle arrfdie Bühne, welchesich theiks fttzten, the lk stunden. Endli ? trat ich mit denen zweyen Rit-tern, so die Paniere führten, auf die Bühne, und ließ mich alsbald niederam d>e Bnie, machte folglich zum andernmal die kl everenr. weswegender Bäyser sich bedanckte. Alsdann stunde ich mit denen beyden Rit-tern, welche ebenfalls knieten, wieder auf, und gieng biß an den Bäyjerlüchen Thron, woselbst Wik dle dritte Levereur machten, und abermalen