Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... bestehende: In einer Fortsetzung und Vollendung der vorhergehenden 116ten, zwischen dem vortrefflichen römischen Helden, Camillo, und dem Hertog von Valentinois, einem natürlichen Sohn Pabsts Alexandri VI. : worinnen sonderbare Discurse über mancherley Dinge ... enthalten ...
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

*öZ'ZZ2 ) §AA

keit,daß,wann es gleich Gold und Silber,vom Himmel, in größer ül-on-6snce regnete; sie dennoch nicht genung haben , sondern dabey noch inSchulden gerathen würden. Andere hingegen sind einer alkzugrossen

Sparsamkeit ergeben,kratzen und scharren zusammen,was sie können,sam-len mithin grosse Schätze,die in ihren ksmilien össters lange Jahre, gleich-sam an Ketten liegen bleiben,biß sich endlich einige finden , welche die un-schuldig Gefangenen,nach un ^ nach wieder loß lassen, oder sie, durch ge-wisse Begebenheiten und Umstände , darzu gezwungen werden. Auchwird der Geld-Mangel durch die grosse Menge Menschen, womit Lumpsangefüket ist,verursachet. Denn ich rechne jetzo in diesem Dheil der Welt,dreymal so viel Menschen, als zu meiner Zeit darinnen gelebet. DieseMenge derer Menschen nun, und weil die meisten gerne in Üppigkeit, imÜberfluß und Unmäßigkeit leben,machet auch,daß die Lebens-Mittel drey,vier und fünff,ja sechsmal so theuer sind,als sie ehemals gewesen. Einige

Kauffmanns-Waarensind im Preiß ebenfalls sehr hoch gestiegen, derge-stalt,daß bey einer Lsmilie, welche sonst, des Jahrs, mit hundert Thalernihre Nochdurfft bestreiten können,jetzo kaum tausend klecken. Wer dem-nach deromalen in der Welt lebet,der muß aufGeld bedacht sepn. Geldist die Losung, und wem es daran gebricht,der schmeltzet EenZm.

Dem allem ungeachtet solts man mepnen, es müsse endlich sovielGold und Silber in Lumps zusammen kommen, daß man die Häuser mitgüldenen und silbernen Dächern bedecken,oder die Gassen in denen S täd-ten damit pflastern könte.

- Ein so reiches Gold-nnd Silber-Land wird Lurops Niemahls wer-den,auch Psttugall und Spanien nicht, die doch hauptsächlich derLZnslsind,wodurch dir Indianischen Reichthümer in Luropsm fließen. Kom-met viel,so gehet auch, durch die häuffigen Gold - und Siiber-klamifaÄu-ten wieder viel fort,und es ist gantz entsehlich, was durch die güldenen undsilbernen LtoikLü,durch güldene und silberne 6slouen,Kanten und Spitzen,wie auch das Vergulden, consumirok wird. Auch an der Goldschniidts-Llrbeit selber gehet,von einer Zeit zur andern,viel ab. Wer Z. E ein Du-tzend silberne Löffel hat,und sie, einige Jahre nach einander, taglichFeißig

brau-