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Gemüsebau ist wichtig, besonders in den Aemtern Wiesba-den, Eltville, Hochheim und Höchst. — Weißen Kopfkohlpflanzen vorzüglich Langenschwalbach und Wehen.
2) Obstbau, dieser ist sehr bedeutend und besondersam südlichen Abhange des Taunus und in den Lahngegcnrden, vorzüglich in den Aemtern Königstein, Höchst, Hoch-Heim, Wiesbaden, Diez, Nassau, Braubach. Zu Krön«berg und Diez sind ansehnliche Obstbaumschulen.
z) Weinbau als eines der Haupterzeugnisse des Lan-des. Es wachst nicht allein viel, sondern auch guter Weinim Herzogthum. Das Rheingau begreift beinah A allerWeinberge und dieser liefert die köstlichsten Sorten, na-mentlich den Johannisberger, Steinberger, Rüdesheimcr,Markebrunner und Asmanshäuser. Geringere Sorten sindGeisenheimcr und Rauenthaler. Zu einer vorzüglichenRheinweinsorte gehört auch der beim Städtchen Hochheimam Main wachsende Hochheimer. Auch an der Lahn, inden Aemtern St. Goarshausen und Wiesbaden wird Wein-bau getrieben, und die bessern Sorten kommen von Fachbach,Badems und Gückingen. Um den vorzüglich vorthcilhaftenRuf der im Rheingau und zu Hochheim erzeugten Weine zuerhalten und vor Verfälschung zu bewahren, bestehet ein Ver-bot der Einfuhr fremder Weine.
4) Holzkultur. Da fast H des Landes zum Holz-boden gerechnet wird, so ist die Holzkultur ein höchst wich-tiger Gegenstand. Die größten Waldungen befinden sichzwischen dem Main und der Lahn. Die Waloregion istin 8 Jnspectionsdistrikte vertheilct, nämlich: Wiesbadenmit 8 Oberförstereien, Idstein mit 10, Weilburg mit 7,Geisenheim mit 7, Langenschwalbach mit 7, Dillenburgmit 7, Hachenburg mit 8 und Montabaur mit 8 Oberför-siereien. Ungeachtet der großen Waldungen sind aber dochdie Holzpreise immer sehr hoch, welches besonders dem aus-gebreiteten Berg r und Hüttenbau zuzuschreiben ist.
5) Viehzucht. In diesem Erwerbszweige zeichnetsich die Rindviehzucht besonders aus, man zählte noch voreinigen Jahren an 177,400 Stück. Die stärkste Rind-Viehzucht besitzen die Aemter Marienberg, Meudt, jHer-born, Hachenburg, ^Selters, Wehen, Weilburg und Usin-gen, wo auf i bis Menschen 1 Stück Rindvieh kommt;den schwächsten Rindviehstand haben die Amtsbezirke Rü-desheim, Eltville, Braubach, Wiesbaden, Höchst und Kö-nigstein. Die Ochsenmast wird vorzüglich auf dem We-sterwalde und in den nördlichen Gegenden des Taunusgetrieben. — Von geringerer Bedeutung ist die Pferde-zucht. Die meisten Pferde haben noch die Aemter Höchst,
Hochheim, Wiesbaden, Limburg, Hadamar, Nastätten undSt: Goarshausen gezogen. Besuchte Pfcrdemärkte sind zuSteinbach und Mvlsberg.— Esel und Maulesel giebtes besonders in den Aemtern Weilburg, Usingen, Nassau,Langenschwalbach, Nastätten, Idstein, Dillenburg und Her-— Die Schaafzucht ist zwar im Ganzen genom-men nicht sehr bedeutend, jedoch wird sie in den Amts-bezirken Limburg, Hadamar, Runkel, Usingen, Weilburg,Wehen und Nastätten mit aller Aufmerksamkeit betrieben,während es in den Aemtern Eltville und Marienberg fastgar keine Schaafe giebt. Zu Gassenbach und Idstein be-finden sich Schaafheerden von rein spanischer Abkunft; imLande selbst hat aber die Veredlung noch keine sonderlichenFortschritte gemacht. — Ziegen werden in den AemternIdstein, Diez, Nassau, Hadamar, Mantabaur, Meudt,Rennerod, Usingen, Weilburg und St. Goarshausen vielgehalten. — Schweinezucht ist besonders auf dem We-sterwalde und am Taunus, wo sie eine starke Eichelmastbegünstiget, zu Hause. — Bienenzucht ist sehr in Ab-nahme, die meisten Bienenstöcke findet man noch in denAemtern Usingen, Wiesbaden, Höchst, Hochheim, König-stein, Weilburg, Nastätten, Limburg, Diez, Hachenburg,Herborn, Dillenburg und St. Goarshausen. — ZahmesGeflügel findet man von allen Gattungen.— Fische-rei wird besonders im Rheine bei St. Goarshausen exer-ciret, wo man viel Lachse fängt.
6) Bergbau, dieser ist im Allgemeinen und beson-ders auf dem Westerwalde von Bedeutung, indem er mitden Hüttenwerken an 8ooo Arbeiter beschäftiget. Er lie-fert Eisen, Blei, Kupfer und etwas Silber. Das wich-tigste Blei- und Silberbcrgwerk befindet sich in einem Ne-bcnthale der Lahn, unweit Holzappel, und gehört dem Be-sitzer der Standesherrschaft Schaumburg. Das meiste Kup-fer wird im Amte Dillenburg gewonnen und am ergiebig-sten sind die Werke bei Nanzenbach, Donsbach und Ober-schelden. Im ganzen Herzogthume sind dermalen 40 Sil-ber- Blei - und Kupfergruben im Bau. Wichtiger als dieseMetalle ist aber für Vas Land das Eisen, das in UngeheuernLägern und mächtigen Gängen gefunden wird. Am wichtig-sten ist der Eisenbau auf dem Westerwalde, wo jetzt an isoGruben in Betriebe stehen. Die ergiebigsten Eisensteingru-ben sind bei Eibach, Nanzenbach und Oberschelden im AmteDillenburg. In der Gegend von Eibach sind allein 57 Eisen-gruben im Betriebe. Ueberhaupt findet man dermalen imHerzogthume 135 Eisensteingruben im Angriffe. Ein wich-tiges mineralisches Erzeugniß des Herzogtums und nament-
lich des Westerwaldes, sind die Braunkohlen, welchebesonders zu Dwrienberg, ' Bach, Stockhausen, Höhn,Unnau und Urdorf im Amte Marienberg, zu Westerburgim Amte Rcnnerod und zu Lautzenbrücken im Amte Hachen-burg sehr ergiebig aufgefunden werden. — Kochsalzwird, jedoch weder ausreichend noch mit Vortheil, zu So-den im Amte Höchst erzeugt. — Pfeifenthon, wel-cher in den Aemtern Selters, Montabaur, Meudt, Hcr-born und Weilburg aufgefunden wird, wird theils im Landeverarbeitet, theils auSgcführet. — Bei Breitscheid im AmteHerborn, findet man gute Walkerbe. — Kalk findetsich im Lahngebirge besonders in den Aemtern Diez undWeilburg, so wie auch in den Aemtern Herborn, Rüdes-heim, Hadamar, Königstein, Hochheim und Wehen. —Marmor bricht bei Villmar, Schuppach, Weilburg, Elkers-hausen, Allendorf, Mudershausen, Nieder-Hadamar undLangenaubach und wird größtentheils auch im Lande ver-arbeitet. — D a ch sch i efcrbr üche giebt es zu Kaub,Wissenbach im Amte Dillenburg, Weinbach im Amte Weil-burg, in der Langhecke bei Villmar, zu Daisbach im AmteWehen und zu Presberg im Amte Rüdesheim. Man rech-net, daß im Lande Z9 Schieferbrüche im Betriebe stehen.— Bim st ein wird zu Meudt gegraben. — Tufsteinefinden sich zu Rodenbach im Amte Dillenburg, bei Frei-lingen im Amte Selters und zu Westerburg im Amte Renrnerod. — Steinbrüche auf Lrachyt sind zu Dahlen imAmte Meudt und zu Wölferlingen im Amte Selters. —Basaltbrüche giebt es auf dem Wcsterwalde an meh-reren Orten.
K u n st f l e i ß.
1) Leineweberei, diese ist im Herzogthum allge-mein verbreitet, nirgends wird sie aber im Großen betrie-ben. Im ganzen Lande befinden sich i960 Leineweber,wovon auf das Amt Limburg allein 1Z0 kommen. ZuWiesbaden giebt es eine Leinendamastweberei.
2) Wollen m anufactüren finden sich nur von Be-deutung im Amte Usingen, sie liefern hauptsächlich Strümpfe,Sokken, Kamaschen, Mützen, Flanelle und Zeuge. Inder Stadt Usingen und zu Friedrichsthal findet man 362Strumpfweber.
3) Gärbereien sind von Bedeutung, indem manan ioo Roth - und 20 Weißgärber zählt. Außerdemhat bas Land noch 7 Fabriken, welche besonders Sohlenle-der aus Wildhäuten und Saffian verfertigen.
l 4) Eisenfabrikation, diese zeigt sich besonders in