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Das Großherzogthum Mecklenburg-Streliß
(liegt in zwei abgesonderten Thcilen zwischen 30° 20^ bis 31° 37/ östl. Länge, und 53° 9^ bis 53° 47^ nördl. Breite; 2) zwischen 25° 19^ bis 28° 4<^ östlicher
Länge und 43° 4c/ bis 43° 52^ nördlicher Breite.)
Flächeninhalt.
36,iz Meilen (geogr.)
Volksmenge.
71,769 Einwohner (für 1327.)
Wohnplätze.
9Z- Städte, 2 Marktflecken, 219 Dörfer, 245 Kabi-netsgüter und Domänen, 71 Ritter- und Allodialgüter,10,305 Häuser.
Boden.
Völlig eben, jedoch mit Sandhügeln, Waldungen,Flüssen und Seen durchschnitten. Der höchste Punkt istwohl der Petersilienberg bei Woldegk.
Gewässer.
Die Havel, die aus dem Bodensee abfließt undden Köbelick-Pagel- Iathen - Ubertn - Labus<Grosi-Wohlitz-Dreven- und Zieresee passiret;d?r Tollen see (Fluß) entspringt aus dem Tollen seeund nimmt die Datze auf. An der nördlichen Grenzevom Tollensee bis zum Glanbeckersee fließt der Land-graben. Uebriaens sind auch hier noch zu merken derLucie- und Ziericksee. Im Ratzeburgischen ist dieWackenitz, die aus dem Ratzeburgersee in die Travefließt und die Stepenitz.
Volks stamme und Sprache.
Die Bewohner sind Wendischer Abkunft, haben sichaber schon seit langer Zeit nationalisirct. Die Volksspracheist plattdeutsch mit Mecklenburgischem Dialekt.
VII. Heft.
Kultur des Bodens.
Im eigentlichen Herzogthum Mecklenburg r Strelitz fin-det man Mecklenburgische Landwirthschaft, und nur aufeinigen Punkten Dreifelderwirthschaft. Im Ratzeburgischenist Holsteiner Landesart. Die Hornviehzucht wird nachHolländerweise betrieben. — Im Herzogthume werden dieForsten wlrthlich gepflegt, im Ratzeburgischen dagegen sinddie Wälder sehr verwüstet. — Im Herzogthume findetman Hopfen - und Labaksbau. — Das ganze Land hateine verbesserte Schaafzucht. Schweine, Gänse und Bie-nen sieht man überall.
Kunstflsiß.
Im Herzogthume findet man Lein - und Tuchweberei.Auf dem Lande giebt es viel Sägemühlen und Theeröfen.Nur mäßig ist im Lande die Brauerei und Branntwein-brennerei.
Handel und Handelsplätze.
Das Land führt aus: Holz, Meth, Branntwein,Honig, Wachs, Papier, Theer, Potasche, Glas, Tabak,Wild und Hopfen. Die meisten Artikel gehen ins Preu-ßische, einige auch aus dem Ratzcburgischen nach Lübeck. —Neubrandenburg und Fürstenberg machen, ohne Handel-städte zu seyn, gute Geschäfte. Für Ratzeburg ist Lübeckder Stapelort.
Maaß und Gewicht.
Diese sind mit wenigen Localausnahmen wie in Schwe-rin, nur daß vorzüglich Preußisches Geld cirkuliret.
Unkerrichtsan st alten.
Diese stehen unter der Aufsicht des Consistorii, jedochmit Ausnahme der Lehranstalten zu Neustrelitz, welche derKuratel der Landesregierung unterworfen sind. Zu Neu-strelitz befindet sich ein Gymnasium und das Carolinum.Zu Neubrandenburg und Friedland sind gelehrte Schulen.Zu Woldegk, Strelitz, Fürstenberg, Wesenberg, Friedland,Stargard und Mirow, Bürger - und Stadtschulen. InMirow ist noch eine besondere Bildungsanstalt für Küsterund Landschullehrer.
Staatsverfassung.
Das Land macht seit dem Wiener Concresse ein Grvß-herzogthum aus und hat mit Schwerin 'gemeinschaftlichdie i4te Stimme auf dem Bundestage, im Pleno aber,eine eigene Stimme. Die Ritter - und Landschaft beiderStaaten, Schwerin und Strelitz, steht in ungetrenntcrVerbindung. Die Stargarder Ritter- und Landschaft hatihr eignes Directorium, bestehend aus einem Erblanomar-schall, einem Vicelandmarschall und einem Landrathe, zumengern Ausschuß schickt sie einen ritterschaftlichen und einenstädtischen Deputirten. — Der engere Ausschuß der Ritter-und Landschaft beider Großherzogthümer, bestehend aus 2Landräthen, 3 ritterschaftlichen - und 4 landschaftlichen De-putirten, hat seinen Sitz zu Rostock.
Der jetzige Großherzog Georg (Friedrich Karl Joseph),geb. den 22. August 1779, regiert seit dem 6. Novbr.1816, und bekennt sich nebst seinem Hause zur lutheri-schen Religion. Die Residenz ist Neustrelitz.
Staatsverwaltung.
Die höchste Landesbehörde ist das großherzogl. Mini-sterium zu Neustrelitz, bestehend aus zwei Staatsministern
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