IX.
Das Großhe
(liegt zwischen 25°
Flächeninhalt.
223,gg lD Meilen.
V olksmenge.
432,927 Einwohner (für 1327.)
Wohnplätze.
40 Städte, 8 Marktflecken, 621 Dörfer, 1104Weiler und einzelne Höfe und 57,075 Häuser, wovon12,535 in den Städten.
Boden.
Das Großherzogthum ist im Allgemeinen, ein flachesLand, die höchsten Punkte sind: der Runenberg bei Mareiz641, und die hohe Burg bei Schlemnin, 513 Fuß über demMeeresspiegel erhaben. Die Meeresküste ist von Hügeln inziemlich gerader Fläche begrenzt. "" Der heilige Damm beiDobberan, 1^ Meile lang und gegen iQv Fuß breit, auch12 bis 15 Fuß hoch, bestehet aus glatten, losen Steinen.— Der fruchtbarste Landstrich ist im sogenannten Klützer-Ort zwischen der Ostsee, Wismar und dem Dassowersee be-findlich. Der sandigschlechteste Boden ist um Crivitz.
Meer und Meerbusen.
Die Ostsee mit der Travemünber Rhede und den Häfenvon Wismar und Rostock.
Flüsse und Seen.
s) in der Richtung nach der nördlichen Seite des Strom-systems abfließend:
Die Stepenitz sammt der Radegast, der Schif-fe rgraben, die Warnow, die aus dem DamerowschenSee kommende Mildenitz, der Goldbergersee, derVII. Heft.
r z 0 g t h u nr M e ck l e 11 b u r g * S ch w e r i n
19/ bis zo" 51^ östlicher Länge, und 53° 8^ bis 54° 19/ nördlicher Breite.)
in die Warnow mündende Neb e lfluß, der Krackower-see, die Reckenitz, die in den Ribnitzer See fällt, dieerste und zweite Peene aus dem See von Kummerow kom-mend, der Malchinersee, der Kummervwersee,der Lol lensee, der die Peene mit dem Tribnitzersee ver-bindet.
b) in der Richtung nach Westen abfließend:
Die Elbe, die bei-Doitzenburg und Dömitz das Landberührt; die Stecken itz, der Boitzefluß, die Reg-nitz, diedieStöhr mit der Sude verbindet, die Eldeaus dem Malchowersee kommend, der Müritzsee,der Calpin- und Fleefensce, der Plauersee, dieDosse.
Heilbäder.
Die Seebäder zu Dobberan, der Gesundbrunnen zuGoldberg.
Volksstämme und Sprache.
Die Einwohner stammen größtentheils von den Obo-triten, einer Wendischen Völkerschaft, ab, haben sich aberallmählig in Deutsche verwandelt. Der Dialekt ist plattdeutsch.
Hauptzweige der Industrie.
l) Landwirthschaft nach dem Koppelwirthschafts-systeme. Getraide aller Art wird reichlich erbauet, beson-ders aber Waizen und Gerste. Von Hülsenfrüchten hatman besonders Erbsen und Bohnen, von GartenfrüchtenKartoffeln, Rüben, Mohrrüben und Kopfkohl. Unter den °Fabrikkräutern ist Flachs am beliebtesten, an einigen Or-ten Tabak, weniger Rübsaamen und Hopfen. Man nimmtan, baß jährlich 450,000 Scheffel Waizen, Roggen, Gerste
und Hafer ausgesäet und im Allgemeinen das 5te und 6teKorn geerndet wird.
2) Viehzucht, a) Hornviehzucht, jedoch gerin-ger als im Holsteinschen. Am vorzüglichsten ist der Fut-terkräuterbau an den Ufern der Warnow, Elde und Sude,b) Schaafzucht. Diese wird immer mehr verbessert,und die hie und da vorfindlichen Haidschnucken ausge-märzt. c) Pferdezucht, diese zeichnet sich ganz beson-ders aus, und jährlich gehen ganze Heerden Füllen insAusland, ä) Schweinezucht findet man im ganzenLande verbreitet. Speck geht auch zur See ins Ausland.«) Gänsezucht. In diesem Artikel geben die Federneinen bedeutenden Handclsgegenstand ab. D Die Bie-nenzucht ist in Aufnahme.
3) Obstbau. Obschon von Rostock Aepfel, edleBirnen, Kirschen und Zwetschen stark ausgeführet werden,so könnte doch in diesem Landeskulturzweige mehr geschehen»
4) H 0 lzkultur. Waldungen findet man nur strichsrweise, in einigen Gegenden mangeln sie gänzlich, besonderslängs der Ostsee und Elbe.
5) Fischerei. An Fischen ist Mecklenburg, sowohlwas die Süßwasserfische, als auch in Betreff der Seeswasserfische, reich. Häringe und Stockfische werden ingroßen Quantitäten ausgeführt.
K u n st f l e i ß.
Da fast alle Kräfte des Staats auf den Ackerbau ge-legt sind, so fehlt das eigentlich städtische Gewerbe ganz.Die Linnenweberei reicht noch nicht für den inländischenVerbrauch; nur zu Rostock und Wismar sind Segeltuch-fabriken. Eine Tuch- Fries- und Bvyweberei ist im Ent-stehen. Man findet übrigens im Lande 49 Tabaksfabriken,
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