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Gespräche In Dem Reiche derer Todten ... Zwischen Friderico V. Churfürsten von der Pfaltz, welcher die Böhmische Crone angenommen, und seinem Sohn Carol. Ludovico, ebenfalls Churfürsten von der Pfaltz : so sich in die Fräulein von Degenfeld verliebt gehabt, und darüber mit seiner Gemahlin in ein grosses Mißvernehmen gerathen ist, ...
Entstehung
Seite
740
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?à-ûi I-o^la, Lawmüa àOeZenfelà.

Auf Teutsch:

Dein Durchlauchtigsten Churfürsten zur Pfaltz, Carl Lud-wigen , Hertzogen von Bayern, meinem Geliebten.

Ichkan Ihnen, Durch!. Churfürst, weiter nicht zuwider seyn, noch Denen-selben meine Liebe langer verhalten. Sie haben überwunden, und ich bin anietzodieIhrige. Ach ich Elende! die ich Dero Brief empfangen habe. Ich werdevieler Gefahr unterworffen seyn, daferne mir nicht Dero Treu und Kiugheit.bi«Hand reichet. Sie suchen derohalben dasjenige zu halten, was Sie geschrieben/denn ich falle jetzt in Dero Liebe. Gölten Sie mich aber verlassen wollen, würbenSie ein grausamer Verräther, und der Aergste unter allen Menschen werden, die-weil ein Weibs-Bild zu hinterführen eine gar leichte Sache ist; allein je leichter,desto schändlicher. Noch ist es Zeit, und wann Sie mich zu verlassen gedenckeu,so sagen Sie es, bevor die Liebe mehr und mehr zu brennen anfängt, damit wirnicht etwas anheben, welches uns nachgehends gereuen möchte. Man muß inallen Sachen auf das Ende sehen, und weil ich ein Wcibs.Dild bin, vermag ichsolches nicht zu thun. Sie aber können es thun. und müssen Sie also, Jhrentwesgen sowohl als meinethalben S orge kragen. Ich ergebe mich Ihnen anietzo, undverlasse mich auf Dero Treue, will auch nicht dieIhrige zu seyn anfangen, son-dern es auch ewig bleiben. Sie leben wohl mein Aufenthalt, und meines LebensFührer!

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Nun verstünde zwar meine Gemahlin das Latein nicht; es waraber schlimm, daß andere Leute aufzutreten gewesen, die den Brief ver>dvllmetschen kunnten. Bey ihr verrichtete solches ein Graf von Eber- -steilst, Johann Jacob genannt, der sich damals von ungefähr zu Hey-delberg aufgehalten. Aber hilft Himmel ! welche Feder mag ihre Be-stürhung sattsam beschreiben, worein siegerieth, als dieselbe hörete,wel-chermassen sie eine Schlange in ihrem Busem ernehrete, die da sucheteihr einen ködtlichen Stich zugeben, i. e. daß sie eine Cammex,Fräuleinum sich hatte, welche trachtete ihren Platz in meinem Ehe-Bette einzu-nehmen- Sie erfuhr demnach etwas, das sie nimmermehr vermuthet,