Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen zweyen Königen von Polen, nemlich Sigismundo III. und seinem Sohn Joh. Casimiro II. : worinnen beyder grosser Printzen merckwürdiges Leben und Thaten, sonderbare Staats-Streiche und Staats-Fehler, auch sonst notable Sachen und Discurse enthalten ...
Entstehung
Seite
473
Einzelbild herunterladen
 

m ( 47Z ) W

wünschen / daß dieses Geschlechte nicht verlöschet seyn möchte, weil es keingeringer Ruhm/wann man eine Person mit Fingern zeigen, und sagenkan, dieser ist noch aus dem Geschlechte, welchem unser Vaterland gros-ser Wolthatm wegen, insonderheit aber, daß die Christliche Religionbey unsrecht aufgegangen undfortgepflanhek worden, sehr hoch verbun-den ist. Tismomislus, Hertzog in Polen, ein Uhr-Enckel des kisKi, zeug-te im hohen Alter einen blinden Sohn. Als er aber demselben, imsiebenden Jahre, nach heydnischer Gewohnheit, das Haar abschneiden,und den Namen MeciàZ geben ließ,so fieng der Printz gantzunvermu-thet an zu sehen, und viele Leute machten die Auslegung über dieses Wun-der , daß unter ihm die Christliche Religion würde eingeführet werden,welches auch erfolget ist. Erwarb zwar noch in der Heydnischen Fin-sterniß erzogen, und blieb lange Zeit darinnen stecken, nahm auch siebenheydnische Gemahiinncn, kunmeaber doch mit keiner einen Sohn zeu-gen. Endlich versprachen ihm die Christen einen Ehe - Seegen, wsfer-ne er sich zum Christlichen Glauben bekehren würde. Das glaubtekticciàZ, und nahm die Böhmische Printzeßm O-rmbrälca. eine Toch-ter Làslâi l.zur Gemahlin, ließ sich auch àno 96 s. vor Dem Beylagertaufen, und erhielt im andern Jahr einen Printzen, welcher Loleàus ge-nennct worden.

Hierauf ward die Christliche Religion, inkurherZeit, durch ganhPolen ausgebreitet. Ja, die Polen bezeugten einen solchen Eyfer, daßsie in der Kirche, wann man das Evangelium ablast, allemal den Se-bel halb aus der Scheide zogen, und nicht eher wieder einsteckten, bißder Chor 6!orir üb; Oomms anstimmete, dadurch anzuzeigen, wie siebereit wären, bey der neuen Religion, ihr Leben zu lassen. Der, vondiesem ersten Polnischen Christlichen Regenten, erzeugte Sohn Loks.lsur, ist auch der erste König gewesen.

(^ä8IKHK.

Es klinget fteylich alles sthr schön und löblich, was man von denenkiMschen Hertzogen und Königen in Polen, höret. Allein, mein Va-ter I wisset ihr wohl, was vor einer Ursache es gewisse Leute zugeschrie-ben, daß dieser löbliche Stamm verlöschen müssen?

8l6l8lVIUNOU8.

Sonder Zweiffcl eurer zum Kinder-Zeugen.

SS: