Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der schönen Montbason, einer gebohrnen Hertzoglichen Fräulein in Franckreich, die sich nachhero an unterschiedene Printzen verheyratet gehabt, un dem Frantzösischen Grafen von Clermont : worinnen beyder Personen Leben und Fata enthalten ...
Entstehung
Seite
459
Einzelbild herunterladen
 

m l 459 ) W

getsie in das ander Zimmer. Weil aber der Obrist L-mbrici^e nicht gerne wolte,daß ckaàs allzuhartangegrifftn würde, so gab er heimlich Befehl , ihrer zu scho-nen , und säuberlich mit derselben umzugehen- Indessen aber hatte man sie schonso gefastet, daß ich von ihr loßgewickelt, fie aber, die noch immer riß, um wie-der zu mir gelassen zu werden, nach der Thüre gebracht wurde. Als man sie vol-lends hinaus zerrete, und ich ihr das letzte à Die» zuriess, fiel fie vor der Thür ineine starcke Ohnmacht. Indem man nun bemühet war ihr wieder zu recht zu helf-fen, bekam ich noch einen kleinen Aufschub, den ich anwendete gegen GOtt meineBeicht abzulegen, auch deswegen bey einem Fenster niederkniete und betete Je-doch, was ereignete sich? Es erhub sich in dem Schloß-Hofe ein starcker Lerm.Man ho'rete verschiedene Mußqueten-undPistolen-Schüsse, und der Tumult,samtdem Geschrey, kam immer näher. So viel ich urtheilen kunnte, wurden etlichevon der untersten Wache niedergeschossen / und die übrigen liefen die Treppe hin-auf zu denen andern. Bey so-gestalten Sachen minderte sich meine Seelen Angstgar fthr. Denn ich zweiffelte nicht, daß mir, zu Rettung meines Lebens, von GOttHülste zugesendet würde.

Und in der That kam auch der Printz von N-üeZZröe mit vielen Frantzösischencavaliers und Dienern,eben zu rechter Zeit, mich aus einer so grossen Gefahr zu reiftsen- Sie cdsrZirtLn noch immerscharff mit der Wache, wobey es, auf Leitenmeiner Erretter, ebenfalls nicht leer abgieng, daß nicht ein und anderer hätte bletti,ret werden sollen / wodurch sie aber nur desto hitziger gemachet wurden. Dir beymir in dem Zimmer sich befindliche Englische Herren , sahen einander ziemlichwunderlich an, als sie die Schüsse ho'reten, und liefen endlich nach der Thüre zu,umzusehen, was vor Lerm entstünde? Bey mir aber stunden vier Man«/ die michbewahren solten / und man hatte mir auch ohne diß schon die Hände binden lassen.

. Als Leliegs,6s meine cb-krlolte vor der Thüre annoch inOhnmacht liegend fand,alles aber von ihr lief, und sich gegen die ankommende Gewalt zur Wehre setze«wolte, meinete er nicht anders, als daß sie schon todt wäre / und ich würde ebenauch bereits den Rest bekommen haben. Da nun Deck/ hinaus ihm entgegen trat/und fragte, wer demselbe« hieß einen so gewaltsamen Einfall in sein Schloß zuthun? antwortete beilegst: Das Heister mir Vie Gefahr meines Freundes,des Grafen Lle, moà. Und wo ist er? Liefert mir ihn lebendig, oder ihrsollet alle des Todtes se)m. Dieses redete der Printz mit so starcker Stimme, daßich es in dem Gemach gantz eigentlich hören kunnte, wannenhero ich rief: -Hier,tapferer Priny ! ist euer Diener, Sen man um das .Leben bringen will. -Ha-schrie LcllegLröe seinen Cameraden zu, ihr Bräder! Lastet uns unsern ehrli-chen Landsmann retten! und damit dnrngen sie durch die vor dem Zimmer be-findliche Wache mit Gewalt hindurch.

Die Englischen Herren, sich übermannet sehende, sucheten hier und dort ihrenAusgang, und entwischeten, einer nach dem andern, durch eine hinter denen Ta-peten verborgene Thüre ; worgegen sie die Wache sich vollends mit meinen Lands-Leuten herum balgen liessen, und verursacheten, daß noch drey biß viere, vondenen Soldaten, in dem Zimmer niedergestoßen wurden. Endlich verlief sich al-les. was von denen Feinden annoch übrig war, und ich sahe niemand als meineeigene Lands-Lcute um mich herum. Der Printz von LàAsrse fieng an seine K--

XXXVUI.LNU. Oqq «cxiones