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dem er nun einstmals auf Beute ausgieng, kam ein armer Mann, dernicht mehr als sieben gantze Acht-Groschen-Stücke bey sich hatte. Sol-che raubte er ihm und sprach: Mein Freund von diesen stehen Stä-rken gehöret mir die Helffre. Derohalben nehme ich drey,und gebe euch drey. Eines bleibet folglich zu theilen,wo ferne ihr nun kleine Münye Haber, so gebet mirden Rest heraus; denn ich habe deren keine bey mir.Ich habe auch keine mein Herr! antwortete der arme be-raubte Mann. wie werden wir es dann machen? sagte der Räu-ber. Weil nun der Beraubte gerne bald aus dergleichen gefährlichenHän-den loß gewesen wäre, erwiederte er: wohlan mein Herr! Beliebetdas Acht-Grsschen-Stücke nur gany zu behalten, ich will wei-ter keinen Anspruch darauf machen. Durchaus nicht, versetzteder Räuber. Ich habe ein allzuzärtliches Gewisièn , und ver-lange nichts, ausier was mir rechtmäßiger weise gebühret.Ich will euch demnach lieber das gange Stücke lajstn; dennniemand soll mir jemals vorwersien können, als ob ich mirdas zugeeignet, was einem anderngebühret.
Der Lhurfürst.
Ach ja! Wie seltsam auch diese Historie klinget, so giebt es dennochLn der That so ungereimte Leute, die dergleichen Dinge xrâcîren. Dennein gewisser Verwalter bestahl seinen Herrn, und rechtfertigte sein Gewis-sen damit , daß er sich nur allezeit mehr nicht als den zehnten Theil dererEinkünffte zugeeignet. Ein anderer gieng weiter und nahm den s. Theil-Gewisse Zöllner aber haben schon gar die Helfftt des eingenommenenZolles behalten, wodurch sie zu grossen Reichthum gelanget, und den-noch ist ihr Gewissen gantz ruhig und stille gewesen. Einen himmlischenBeystand und göttliche Erleuchtung hat demnach ein Fürst von nöthen,wann er Oiargen und Bedienungen vergiebet, damit er allemal auf Sub-ject falle, denen es weder an Treue noch an Geschickligkeit, ihrem Am-te vorzustehen, ermangele.
Der König.
Wann ein König oder Fürst darinnen eine völlige Erleuchtung be-sässe, daß er nicht irren und zuweilen einen Schelm vor einem ehrlichenMann erwehlen könnte, würde es wohl mit ihm stehen. Allein was dieTreue oder Untreue betrifft, kan man sie keinen Menschen an denen Au-
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