W ( sr ) W
Heroldes ließ ?srrum zu Jerusalem gefangen legen, und nahm sichvor, ihn, nach dem Oster-Fcft, dem Volck vorzustellen. In derselben-Nachtaber, die dem Morgen präclitte, an welchem die Vorstellunggeschehen solle, dal>errus zwischen zweyen Kriegs-Knechten schlieff, undmit zweyen Ketten gebunden war, auch die Hüter vor derThüre dssGe-fangnifsts hüteten, schien ein Licht in dem Gemach. Der Engel desHErrn kam daher,schlug kìmm an die Seiten,weckte ihn auf und sprach:Grebe behende auf; und die Ketten sielen ihm von seinen Händen.Der Engelsprach ferner zu ihm : Gürte dich und ziehe deine Schu-he an ; und er that also. Hernach sagte der Engel weiter : Wirffd ei-nen Mantel um dich und folge mir nach. Und er gicng hinausund folgere ihm, wüste aber nicht, daß ihm wahrhaffrig solches geschähe,Lurch den Engel, sondern es däuchtete ihn, ob sähe er ein Gesichte. Siegiengen aber durch die Hut, und kamen zur äussersten Thür, welche zurStadt sichrere, die that sich ihnen von sich selber auf Da traten sie hin-aus, und giengen, einer Gasse lang hin, und alsobald fchred der Engelvon ihm.
Solches lesen wir in dem i r. Capit. derer Apostel-Geschichte, unddie Begebenheit zeiget klar und deutlich, daß , wen GOtt befteyen wichkein Gefängniß oder Bands zurücke halten mögen. Mir meines Ortsftndete zwar GOtt keinen Engel : denn ich war der Heil. kerrur nicht.Allein der Beherrscher des Himmels und der Erden, wüste es doch sonstchzu fügen, daß meine Errettung unfehlbar erfolgcnmufte.
Man beobachtete mich sehr scharst und genau, ließ keinen Menschenzu mir, und es ward mir auch Dinte, Feder und Papier versaget. Demungeachtet redete ich mit meinen Freunden und correlponàte mit ihnen.Es stieß nemlich einWirths-Haus an die Wand deßErtz-BischöfflichenPallafteswie auch ein kleiner Garchen an denjenigen Garthen,der zudemErtz-Bischässlichen Paklast gehörete. Hinein in diesen letztem nun giengein mit starcken eisernen Gegsttern verwahrtes Fenster, aus dem Zimmer,wo ich faß. Ich suckete, bald nach meinen Eintritt in den Kercker, in de-uen Schubsäcken nicines Habits, und fand ein wenig Papier. Daswar sehr gut zum Schreiben; allein es fehlere Feder und Dinte. Gleich-wie aber die Gefahr und Noth gar wundersame Lehrer sind, und demMenschen mancherley Einfälle inkpîriren : also sahe ich, in tiefen Gedan-ken , das Fenster an, und gedachte, welchergestalt ia genug Bley an dem-selben wäre, das die Stelle der Feder samt der Dinte vertreten könnte.
Dannen-