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habt/ nach meinem Bedünckcn gar nicht in der Verläugnungdcr Welt'und ihrer Lüste gestanden / so stehet gewißlich ein Rörmjcher Pabft oderanderer hoher Prälat, noch vielwemger darinnen. Warum? Er gehetin Purpur und andern köstlichen Leoàn einher. Die Spitze seines Pal-lastes erhebet sich fast biß an den Himmel. Seine Küche rauchet täglichvon einer großen Anzahl cl-licaien Speisen und Gerüchten, und in demKeller liegen gemeiniglich dreyßig biß viertzig Sorten herrlichen Weins;da doch mitlerweile sein Bruder darbet, i.e.hungerig und durstig stehet,auch nackend und bloß einhergehet.
So prächtige wie man sie sonst gar offte in denen Pallä-
sten derer Könige und Fürsten vorfallen siehet, wer-den zwar in dem Päbsi-lichen Pallast nicht gehalten, sondern es gehet darimien weit stiller undeingezogener zu. Weil aber gleichwohl die Päbstliche Tafel immermit vielen niedlichen Speisten, ja Königlich besetzet seyn muß, auf daß einPabst, nach seinem ^ppsrir das Auslesen oder die Wahl, unter denenGerüchten haben möge, mag dessen Tafel allein, den Aufgang vor dieübrige Hofhaltung ungerechnet, des Jahrs schwerlich mit so. tausendThlr. bestücken werden.,- -Solches nun ist in der That zuviel, vor einePerson, welche die Verläugnung der Welt vor allen andern hervor leuch-ten lassen solle. Wie, wann ein Pabst nur io. tausend Rthlr. auf dieVersorgung seines eigenen Leibes wendete, noch 40. tausend aber davonrecrenckirte, und sie dem Armuth angedcyhen liesse? Wäre solches nichtlöblich und Christlich gehandelt?
Xl.
Kein Pabst, der euren vckconi-s hörete, würde euch zu seinem Kü-chen-Meister haben wollen. Päbste geben ja ohne dies Allmosen genug,und ihr wollet, sie sollen ihre Tafel so gar sehr schmälern und verringern,damit sie deren noch mehr geben könnten. Ey ! da würden sie schön La-bey fahren. Denn, wann sie auch dem Wahn eines solchen kelorma-toris. wie ihr seyd, folgen wollen, und von sO. tausend Thalern, so dieTafel vor ihren eigenen Leib und Person des Jahrs über kostet, nur -o.tausend aufgehen lassen wollen; so würde sich dennoch, binnen wenigJahren ein anderer kelonngkoi- finden, der da gi-Ltenàte , es wäre desJahrs « Ooc>. Rthlr. vor die Tafel derPerfon eines Pabsts genug. Viel-leicht fände sich hernach wieyer einer, der da spräche, ein Pabst könntemit too. Thalern leben, in so ferne das Leben von der Versorgung des
XXXIII. Lmr. G Leibes