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ken besonders in Oberhessen und Rheinhessen. Essig-sieder eien haben Rheinhessen und Starkenburg/ Schrift-gießereien sind zu Mainz und Offenbach.
Die Bierbrauereien sind im Wesentlichen nichtbesonders schwunghaft eingerichtet, auch liefern nur einigeBrauereien gutes schmackhaftes Bier. Ungemein groß istaber die Anzahl der Branntweinbrennereien, dasAmt Hungen hat allein 42 Brennereien und Büdingen 5 8 ,die auch zum Theil für das Ausland arbeiten.
An Ziegeleien und Kalkbrennereien fehlt esim Lande nicht.
Handel.
Ausfuhrartikel sind: Eetraide aus allen dreiPro-vinzen als Stapelwaare; ferner Rindvieh, besonders ausOberhessen und den Pflegen des Odenwaldes. Rheinhes-sen exportiret besonders Wein, Rübsaamen, Mvhnsaamen,Kleesaamen, Obst, Brannkcwein, Oelkuchen, Weinessig.Starkenburg bringt im auswärtigen Handel Wein, Brannt-wein, Gemüse, Officinalkräuter, Kiefcrwaldfaamen, Obst,Tabaksblätter, Rüb- und Mohnöl, Ranch- und Schnupf-tabak, Holz und Holzwaaren, Potasche, Eerbcrlohe,Schweine, Wolle, Leder, Leinewand und einige Woll-waaren. Oberhessen führt besonders aus: Rübsaamen,Schweine, Schaafe, Kartoffeln, Butter, Leincwand, Felle,Häute, Woll - und Baumwollwaaren, Kupfer, Eisen undEisenwaaren, gedörrtes Obst, Branntwein, Wachholder-beeren, Braunkohlen, Stecknadeln, Holz, Holzwaaren,Körbe und Besen.,
Einfuhrartikel sind: Kolonial - Material- Mcdi-cinal- Specereir und Fabrikwaaren. Für Ooerhessen nochins besondre Wein, Salz, edle Metalle und Sohlleder.— Im allgemeinen ist die Handelsbilanz nicht negativ.
Was die Rhein - Main s und Ncckarhandelsschiffahrtanbelangt, so ist zu bemerken: das rechte Ufer des Rheinswird Großherzogl. Hessisch, oberhalb Lampertheim, unddas linke oberhalb Worms. Von den riy Schiffern und156 Fahrzeugen, die sich in den Rheuchäfen des Landesbefinden, zählt die Stadt Mainz allein 54 Schisser mit64 großen und kleinen Fahrzeugen. Auf den beiden Ne-benflüssen, dem Main und dem Neckar wird gleichfallsdie Handelsschiffahrt sehr lebhaft betrieben und man fin-det diese Flüsse in der günstigen Jahreszeit mit großenund kleinen Fahrzeugen bedeckt.
Für Handelsorte kann man annehmen: Mainz, Offen-bnch, Worms. Außer diesen Orten gehören auch zu den
HaftnorteN: Bingen, Gernsheim, Oppenheim, Nierstein,Seligenstadt, Steinheim, Rüsselsheim, Kostheim undWimpfen.
Münze.
Im Großherzogthume wird Buch und Rechnung nachdem Reichs - oder 24 Guldenfuß geführct, nach welchemder Kreuzer zu 2^ Pfennig, der Gulden zu 1 Z gl. 4 pf.sächs- gerechnet wird. Uebrigens hat man sowohl Gold - alsSilbergeld in den Münzen zu Darmstadt und Gießen aus-geprägt, mehr aber noch Scheidemünze und Kupfergeld,welches nebst Oesterreichischen und Französischen Münzenim Lande am meisten cirkuliret«
Maaß und Gewicht.
Diese weichen im Großherzogthume sehr von einanderab, und sind in jeder Gegend verschieden, und obschonseit 1817 ein allgemeines Maaß- und Gewichtssystcm fürdas ganze Land festgesetzt worden ist, so gelten doch nochdermalen alle ältere Längen-Flächen-Gctraide- und Flüs-sigkeitsmaaße. — DaS Langenmaaß ist die Elle oder derFuß, der sehr verschieden ist, und sich mehr oder weni-ger dem Frankfurter nähert. Das Feiomaaß ist der Mor-gen. In Rheinbaiern bedienet man sich noch der neuenfranzösischen Maaße. —- Das Maaß z» trocknen Waarcnist zu Darmstadt und Mainz das Malter; aber zu Darm-stadt halt cs 5ozo, zu Mainz 4591 Pariser Knbikzoll;an letzterem Orte wird es in 4 Simmern, 16 Kumpfund 64 Geschied abgetheilet. Das Flüssigkeitsmaaß istdas Fuder, welches 6 Ohmen, das Ohm 80 Maaß, dasMaaß 94 Par. Knbikzoll hält. Das Pfund Handclsge-wicht ist zu Mainz 11,467 Holländische Ase schwer.
Unterrichtsanstalten.
Die Schulen auf dem Lande sind nach Crvme's An-gabe, wohl noch zurück, woran der Mangel an gehörigenSchulgebäuden und der so geringe Gehalt der Schulleh-rer größtentheils Schuld ist. In Friedberg befindet sichein protestantisches Schullchrerseminar. In Darmstadt,Mainz und Bingen (?) befinden sich Realschulen. Diemeisten, auch kleinen Städte, haben sogenannte lateinischeTrivialschulen. Zu Darmstadt und Gießen befinden sichPädagogien. Worms, Mainz, Büdingen und Benshcimbesitzen Gymnasien. Zu Mainz befindet sich ein bischöfli-ches Seminar für angehende katholische Geistliche, undBensheim hat ein katholisches Schullehrer-Seminar. In
Darmstadt befindet sich eine Zeichenschule, desgleichen auch eineMilitairschule. Mainz besitzt eine trefflich eingerichtete Heb-ammenschule, und Darmstadt, Mainz, Gießen und Of-fenbach haben wohleingerichtete Privaterziehungsinstitute.Als höchste Bildungsanstalt ist die 1607 gestiftete Uni-versität zu Gießen, mit 28 ordentlichen und außerordent-lichen Professoren, zu beachten.
Hülfsmittel zur wissenschaftlichen Kultur.
Das großherzvgliche Museum zu Darmstadt, die dor-tige große Schioßbibliothck, die ansehnliche Stadtbiblio-thek zu Mainz, mit der Sammlung von römischen Altcr-thümern, Münzen und mehreren kostbaren Gemälden.Die Eießner Universitätsbibliothek nebst dem physikalischen,Mineralogischen und chemischen Kabinette.
Staaksverfassu ng.
Diese ist im Großherzogthume durch die Derfassungs-urkunde vom 17. Dccbr- 1320, rein constitukionel. DieRegierung in dem großherzvglich Hessischen Hause ist, nachdem im Jahre 1626 eingeführten Rechte der Erstgeburtund Linearfolge, nach Abstammung aus ebenbürtiger, mitBewilligung des jedesmaligen Herzogs geschlossener Ehe,erblich. Nach Ermangelung eines durch Abstammung, Ver-wandtschaft, oder auch durch Erbvcrbrüderung zur Erb-folge berechtigten Prinzen, geht die Negierung an dasweibliche Geschlecht über, nach der Nähe der Verwandt-schaft mit dem letzt verstorbenen Großherzvge über. —Zwei Dritktheile der sämmtlichen Domänen bilden ein schul-denfreies unveräußerliches Familieneigenthum des großherzogl.Hessischen Hauses, wovon jedoch, ohne Genehmigung derLandstände nichts vcrhypotheciret werden darf. Die Ein-künfte davon werden mit den jährlichen Staatsausgabenverrechnet und vorzugsweise zur Bestreitung der Civilliste,Apanagen re. verwandt. — Die Landstände versammelnsich aller drei Jahre und bilden zwei Kammern. Dieerste begreift die Prinzen des königl. Hauses, die Stanrdeehcrren, den Senior der Freiherren von Riedcsel, denkatholischen Bischof, den protestantischen Prälaten, denKanzler der Universität Gießen, und höchstens io andereauf lebenslang darzu ernannte Personen. Die zweite Kam-mer bestehet aus 6 adlichen Dcputirten, 2 von jeder derStädte Darmstadt und Mainz, einer von jeder der übri-gen vorzüglichen Städte, und 34 Deputirte von den Be-wohnern des platten Landes. Ohne Zustimmung derStände könne» keine direkten und indirekten Steuern