Druckschrift 
Lfg. 5 (1825) Die Königreiche 1) der Niederlande, 2) Dänemark, und 3) Schweden mit Norwegen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

D

a

s

Königreich der N i e d e r- l a n d e

(liegt zwischen 20° 16^ bis 24° 50^ östl. Länge und 49° 32^ bis 53° 34, nördl. Breite.)

Flächeninhalt.

1,196/55 geogr. Meilen in Europa und 4,279,05 H)Meilen außer Europa, mit Ausschluß des Zuydersees undder großen Strommündungen.

Volksmenge.

5,58o,ova Einwohner in Europa und6,645,000 Einwohner außer Europa.

Wohnpläße in Europa.

254 Städte, 149 Marktflecken, 4,H7 Gemeinden,7,656 Dörfer und Weiler und an 915,450 Häuser.

Oberfläche.

Nur in den südlichen Gegenden und namentlich in denProvinzen Hennegau, Namur, Lüttich und Luxemburg streiftdas einzige Gebirge des Königreichs die Ardennen ausdem angrenzenden Frankreich kommend, in das Land herein.

Meere welche die Küste bespülen.

Das Deutsche Meer oder die Nordsee, dasfolgende Meerbusen bildet:

a) den Zuydersee, 57 sH Meilen groß und durch denPampus mit dem A verbunden.

d) den Dollart 2/^^ Meilen groß.

e) den Dies bosch.;

ä) den Lauwerzer Busen-

Seen.

Das Haarlemer Meer.

Flüsse.

i) Der Rhein, bei seinem Ausflusse und in dessen südli-chem Arme, den Namen Waal annehmend, und wenterhin die sogenannte neue Assel bildend, und sichV. Heft. I

vor dem Ausflusse mit der alten Assel vereinigend.Auf einer Strecke seines Laufs nimmt der Rhein auchden Namen Leck an.

2) Die Maas, diese vereiniget die Flüsse Sambre, Röer,Niers, Dommel, Waal, Leck, Holland'sdiep, Har-nigvliet, Volkerak, Krammer, Greavelingen.

3) Die Schelde, verbindet sich mit der Scarpe, dieLys, die Denver, die Rüpel welche aus der Senne,Dyle und Nethe zusammenfließt.

4) Die Ems.

5) Die Mosel sammt der Our.

6) Die Äser sammt der Aperle.

7) Das schwarze Water, zu welcher die Vecht tritt.

8) Die Hunse. 9) Die Fivel.

Kanäle.

Der Kanal von Mons; der Kanal von Antwerpenund Venloo; der alte und der neue Kanal vonBrügge nach Gent; die Moerbeeke Vaart; derKanal von Brüssel in die Rüpel; der Kanal von Lö-wen in die Rüpel; der Kanal von Vianen nach Ut-recht; der Kanal von Nieuwerfluys nach Amster-dam; der Kanal von Gouda in die Amstel; die Ka-näle aus derMaas über Rotterdam, Delft, Leiden,Haarlem nach Amsterdam; der Kanal von Katwy-k 0 p Rhye in die N 0 rdsee; der Kanal aus dem A nachEd am und Horn; der Kanal von Enkhuyzen anderZuydersee über Horn und Alkmar nach dem DorfePetten an derNordsee; derKanal von Harlingen überFraneker, Leruwarden und Dokkum nach Grö>ningen; die Winschotter Trekvaert von Gro-ningen über Win schotten nach dem Dollart.

Volksstämme und Sprache.

Erstere bestehen aus zwei verschiedenen Nationen, näm-lich : den eigentlichen Holländern ober Batavern, sammt den

Friesen und den Belgiern, die aus Deutschen und Celten be-stehen.

Hauptzweige der Industrie.

Viehzucht. In den nördlichen Provinzen die desRindviehes, in den südlichen die der Sch aase;Pferde werden besonders in Friesland und Zeeland gezo-gen. Butterbereitung besonders in Delfland undRhynland; die berühmteste ist die von Dixmuyden in Westsfiandern. Rahmkäse fertigung und zwar Süßmilch-käse (Zortemelks Kaas) besonders in Nordholland, der hierunter dem Namen Edamer in den Handel kommt, undSauermilchkäse (Zuuremelks Kaas) unter welchen der soge-nannte Leidenschekäse den Vorzug behauptet. Schaafkäsewird besonders auf dem Texel bereitet. Schweinezuchtvorzugsweise in den nördlichen Provinzen. Geflügel-zucht besonders die der Gänse in den nördlichen Landesthei-len. Die Haide in der sogenannten Campine in Antwerpen,ernährt außerordentlich viel Bienen. Ackerbau beson-ders in den südlichen Provinzen. Fischerei auf Hä-ringe» Wallfische, Stockfische, Schellfische, Schollen, Zun-gen, Scharren, Steinbütten, Lachse, Rochen, Sardellen,Hummern, Krabben, Austern und Muscheln. Han-delskräuterbau als: Flachs, in Flandern und Bra-bant; Hanf in Südholland; Tabak in Geldern, Amersrfoort, Utrecht, Overyssel; Krapp in Zeelaud und auf derInsel Schouwen; Rübsamen in Holland, Geldern, Ut-recht, Friesland, Flandern, Brabant und Gröningen;Hopfen in den südlichen Provinzen. Gemüsebau vor-züglich in den nördlichen Gegenden des Landes, und dieseliefern besonders Blumen-und anderen Kohl, Sellerie, Ar-tischocken, Spargel, Kartoffeln. Blumisterei dieihren Hauptsitz in und bei Haarlem hat. Obstbau inden südlichen Provinzen stärker als in den nördlichen; Aep.^fel und Kirschen werden in Westflandern in großer Mengegezogen; die Dörfer Boskoop und Alsmeer sind wegen ihre»