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X.
Schilderung der Sitten in Frankreich während der
Regentschaft des Herzogs von Orleans.
(Aus den Papieren einiger Heiken vom Hofe der Zeit.)
Zm Z. 17,9 zeigte sich die SittcNlosigkeit in Paris Lf«fenrlich und ungescheuk, und die Großen gingen mit ihremBeispiele voran. Die verwitwete Herzogin lebte Ls«fentiieh mit L a w. Die Herzogin von Bourbon, die vonihrem Manne verachtet war, ließ sich von düCHagia trö«sie». Die Prinzesiin von Conti, die Tochter deo verstorbe«nen Königs, die eine Haide Heilige, und oft von Gewissens!bissen beunruhigt war, konnte ihrem Neffen ia Ballierenicht entsagen Die junge Prinzessin von Conti hatte, trotzder Eifersucht ihres Mannes, la Fa re zum Geliebten, densie bald für Ciermont, den Gesellschaftckavaiier ihres Haueses, ausgob. Ihre Schwester, Fräuiem von CharoloiS,liebte leidenschaftlich den Herzog von Richelieu, und ihrejüngste Schwester, die schöne Ciermont, fing schon an denHerzog von Melun zu lieben Den drei Töchtern des Re«geilten wurde auch leidenschaftlich der Hof gemacht: die Her«zogin von Berry lebte mit RionS: die Aebtissin vonChelles hielt sich in ihrem Kloster theils an ihren Vater,theils an die jungen Nonnen; und Richelieu lebte, nebendem Fräulein von CharoloiS, noch mit der dritten. Fräu«lein de la RochesürPon wurde von Marken geliebt,und dir Herzogin dü Maine hatte den Cardinal von Po«lignac zum Liebhaber. Die Prinzen und Prinzessinnenrächten sich für den Zwang, den ihnen Ludwig XIV. für ihreLüste angethan, und daß sie, um der Meinung der Zeit willen-zu heimlichen Heirathm, wenn es möglich war, stch hattenzwingen müssen. Aber jetzt, nach dem Tode Ludwigs XIV.,genoß man die Freiheit öffentlich , und mit dem Muthwillenjunger Leute die den Schulzwang abge chüttelt haben Dießvon den Liebschaften der Prinz.ssmnen, ohne weiteres Detail;die Prinzeß innen müssen es wissen, wie gefährlich es für sieist, zu Deiriedigung ihrer Lüue ihren Rang wegzuwerfcn undsich mit den übrigen in eine Klasse z» setzen.
Die Prinzen von G> blüt benutzten die Toleranz des Pu«blikums nicht nur durch Untreue gegen ihre Gemahlinnen underklärten Mattresse», sondern noch durch eine geflissentliche
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