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Zweite Abtheilung. Neun und zwanzigster und letzter Band (1806)
Entstehung
Seite
15
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Teilern

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räumt waren, nämlich daß er Ausländer und Keher war, unddas Erste konnte nicht durch die Naturalisation ohne vorher»gehende Abschwörung der Religion aufgehoben werden: dazubrauchte man einen Bekehrer, der es nicht allzu streng nahm,und dessen man gewiß versichert war. Dübots hatte ihn geesunden, cs war Ten ein, dem der Teufel nachher zu einemso erstaunenden Glücke geholfen hak.

Dieser Abbe' war ein armer Priester, Urenkel eines Gold»schmidts, dessen Vater und Bruder Parlcmcntsyräsidenten zuGrenoble waren. Guerin war sein Name, und Tencinhieß er von einem kleinen Gute, das seiner ganzen Familieangehörte.

Er hatte zwei Schwestern, die eine war zu Paris Fraueines gewissen, ziemlich unbekannten Ferriol, des DrudcrSeines Ferriol, der Ambassadeur zu Constantinopel und nichtverheurathet gewesen ist; die andere Schwester war seit lan-gen Zähren Nonne im Kloster der Augustinerinnen Mo»t-fleury bei Grenoble, beide schön und liebenswürdig; MadameFerriol von wehr Sanftheit und Galanterie, die andere von- mehr Geist, Jntrigue und Ausschweifung. Die Letztere zogbald die beste Gesellschaft von Grenoble in ihr Kloster, dessenleichte Zugänglichkeit nie vom Cardinal le Camus aufgcho,ben werden konnte; nichts trug aber mehr dazu bei, als daßder herrlichste Spaziergang zu einem reizenden Ork führte, wodir besten Familien der Stadt Nonnen zu Töchtern hakten.

Man hatte daselbst mit Fraulein von Tencin eine» sofreien und leichten Umgang, wie man sich anderswo nur hattewünschen können. Aber ihr Nonnenhabit, der Schatten vomOrdenszwang, der jedoch nicht hart war, die Eingeschlvssenrheit, die zwar den Besuchen beider Geschlechter zugänglichwar, aus der sie aber nur von Zeit zu Zeit herausgehcn könnete; alles dieß war ein unerträglicher Zwang für Leute, dievollen Genuß suchten. Ein dringendes Bedürfniß, die Foligen ihrer Vergnügungen den Augen der Gesellschaft zu ent«ziehen, welche scandalistrt war, nöthigte die Tencin, das Klo-ster zu verlassen, mit dem festen Entschluß, nie wieder dahinzurückzukehren.

Der Abbe' und sic waren immer ein Herz und eine SeeleWegen der vollkommenen Gleichstimmung ihrer Gesinnungen,fv weit diese nämlich möglich ist; er war beständig ihr Ver-trauter und sie die seinige; und wußte ihr durch seine Jnkri«gum so gut zu helfen, daß er sie mehrere Jahre mitten in

der