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Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
214
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tigten den König-auf das treuste von allen feinen Aus-schweifungen, um ihn noch mehr gegen ihn zu reizen.

Aber als der Hof nach und nach die königlicheFamilie verlöschen sah, als Ludwig XIV niemand übrigblieb, als sein Urenkel, und als der König selbst, vonJahren niedergedrückt, seinem Ende zu nahen schien,wurde der Herzog von Orleans allen, die am Vertrauendes Königs Thcil hakten, weit verdächtiger. Der Je-suit le Testier, Mitglied einer Gesellschaft, deren Zweckes war, die Herrscher durch Lenkung ihres Gewisseszu beherrschen, fürchtete seine Gewalt zu verlieren,wenn der Herzog von Orleans Regent von Frankreichtvürde. Die alten Höflinge, an den Maximen Lud-wigs XIV hängend, konnten sich nicht in die Ideen die-ses Prinzen fügen, der Freund des Vergnügens undder Neuheit, wenig fromm und sehr tolerant war. DieMarquise von Maintenon, deren Interesse es foderte,seine Macht einzuschränken und sie unter die legitimir-ten Prinzen ihre Freunde und Zöglinge zu theilen,hatte auch ihre besondern Gründe: kurz Ludwig XIVwar von lauter Feinden des Herzogs umgeben.

Das Alter des Königs drängte alle dabey inte»esflrten Personen; seine tagtäglich abnehmende Gesund-heit setzte sie in Unruhe. Man dachte auf ein Testatment von ihm; ei» jeder ersann sich ein System dervormundschaftlichen Regierung, ein jeder seinem Inte»esse gemäs. Es bildeten sich in Vieser Sache vier Pa»khejen am Hofe.

Le Telster, der seit langer Zeit gewünscht hatte,der König pröchte die geheime, seit lange mit der Main-tenon geschlossene, Ehe declarixcn, hatte sich erst thö-richterweise eingebildet, daß diese öffentliche Erklä-rung die Favoritin der Regentschaft und der Vor-. wund-