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Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
172
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Alle die Großen versahen sich binnen acht Tagenmit Fayence; sie leerten die Kramläden aus und mach,ten, daß diese Waare reißend abgieng, während dieMittelmäßigen sich immer ihres Silberzeugs bedienten.Der König sprach auch davon, daß er sich Fayence an-schaffen wolle; aber er schickte nur sein Golvgeschirr indie Münze. Der Herzog von Orleans gab auch daswenige, was er hatte, her; aber der König und diekönigliche Familie assen aus Silber oder plattirtem Ser-vice und die Prinzen und Prinzessinnen von Geblüt aufFayence. Der König erfuhr nachher, daß man be»trüglicb zu Werk gegangen sey, und sprach davon mitBitterkeit, die aber weiter keine Wirkung hatte, alsdaß das Verdienst des Herzogs von Grammont undseiner garstigen Gemahlin, welche die Urheber eines soschimpflichen und wenig fruchtenden Ausbruchs gewesenwaren, höher stieg. Sie waren dennoch nicht die Be-Irognen dabey: sie verschlossen das schöne prächtigeService, das sie hatten, und das alte trug die Frauselbst in die Münze und ließ es sich ordentlich bezahlen.

D'Antin, der eins der schöngearbeitetsten hatte,war unter den ersten auf Launay's Liste; aber sobalder Witterung von der Sache harre, war er, nach Patris geeilt, hakte eine Menge prächtiges Porcellan umeinen hohen Preis gekauft und ließ auch zwey Fayence-Gewölbe ausleeren.

Drey Monate nachher fühlte der König daSschimpfliche dieses Schrittes und gestand sogar, daß erihn reue.

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Dasselbe Geldbedürfniß hatte auch in einem Zeit-punkte, wo man keinen Ausweg wußte, die Kopfsteuer

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