gesucht hatte, weder von selbst noch durch Frau vonMaintenon, deren Werk seine Größe war und welchemit Verlegenheit und Verdruß, Zeuge ihres WeigernSgewesen war; noch auch durch den König selbst, derihre Weigerung so lebhaft gefühlt und nur, um sie zusonstigen, so geduldig ertragen hatte; und der Herzoghakte nachher nichts weiter bey ihnen zu unternehmengewagt. Die Herzogin dü Maine, wiewohl sie, wennes möglich war, noch weit mehr als ihr Gemahl, vonder Sucht nach Ehre brannte, kam nicht von Sceauxweg, wo sie die Göttin spielre und verschmähte es amHofe zu erscheinen. Der Herzog dü Maine,. derfurchtsamste der Mensche», wiewohl.der größte Mi-nirer, lebte in der tödlichsten Furcht für seine ganzeGröße und hatte zu viel Verstand, um nicht auch fürseine ungeheueren Besitzungen zu zittern, die wenigsicher waren , wenn man den Thron umzustürzen droh-te,. den er sich gebaut hakte. Unterdessen wuchsenseine Kinder empor, der König wurde alt, und erschauderte vor der nahen Aussicht, welche das Alterdes Königs eröffnete, und welche die tödliche Furcht,die sei» ganzes Wesen durchdrang, noch viel näherrückte. Er hatte niemanden von der Welt für sich,dem Dauphin und der Dauphine zur Seite, von demer zu irgend einer Zeit Beystand hätte erwarten kön-nen; er sähe keine Rettung vor sich. Ihr Tod wardaher für ihn eine wahre Erlösung in demselben Maaß,als er für Frankreich das größte Unglück war. Welchein ausgehender Glücksstern! welche zauberische Um«Wandlung! Welcher schnelle Uebergang von den Schreck-nissen eines ungewissen Looses, zu der sichern Hoffnungvon Phaetons Loos; er erkünstelte also Thränen; aberals Meister in den Künsten der Hinterlist, (ich willnicht sagen des Lasters, weil ich davon keinen Beweishabe) glaubte er, daß es für ihn von wichtigem Vor-
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