Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

z6 Marschälle von Frankreich.

tanvaux, seine Schwester, ihm einen Ort zur Aufbewahrungderselben geliehen hatte. So war cs auch mit allem übri-gen. Dabey war er ein sehr ehrlicher Mann, nachgiebig undfein im Umgänge, ein guter Gesellschafter, aber sehr ruhm-redig , und leicht abzubringm, ein großer Höfling, wiewohlunverdorben.

Chateaurenaud.-

Chateaurenaub, aus dem Stamm Ronsselet, der vorVermählung seines Aeltervaters mit einer Schwester des Kar-dinals und des Marschalls Herzogs von Reh, beo der dun-keln Ankunft der Gondi in Frankreich gänzlich unbekanntwar, war der glücklichste Seeofficier seiner Zeit, er gewannkleinere und größere Treffen und führte eine Menge derschwersten Urtterncbmnngen aus. Er war ein kleiner, blon-der Mann, vom Ansehn eines Dumnitrpss, das nicht vieltäuschte. Man begriff nicht, wenn man ihn sah, daß er jezu etwas getaugt habe. Es war unmöglich mit ihm zusprechen oder ihn anzuhörcn, ausgenommen wenn er von ei-ner Ceeaction sprach; übrigens ein guter ehrlicher Mann.Er war aus Bretagne-

Vauban.

Vauban nannte sich le Pretrr; er war höchstens ein ge-meiner Edelmann aus Burgund, aber vielleicht der ehrlichste,tugendhafteste Mann seiner Zeit, im Rufe der größten Wis-senschaft in der Belagcrungö- und Befestigungskunst, sehreinfach, wahr und bescheiden. Ein Mann von mittler Sta-tur, ziemlich untersetzt und von kriegerischem Ansehn, aberzu gleicher Zeit von bäurischem groben Aeußern, wo nichtwild und brutal. Zn der That war er nichts weniger alsdieß; niemand war so sanft, so mitleidig, so verbindlich,aber auch ehrerbietig, ohne alle Höflichkeit, der geizigsteHaushaitcr mit dem Leben der Menschen, nebst einer Tapfer-keit, dse alles auf sich nahm und andern alles erließ. Deysoviel Gradheir »nd Freymüthigkeit, unfähig sich auf etwasfalsches oder schlechtes zu werftn, ist es begreiflich, wie er

ii,