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Feuillade.
Seine Ausschweifungen aller Art , seine Susierste Nachlässig»keit im Dienst, der schlechte Zustand feines Regimentes undseine jährliche sväie Ankunft bey der Armee und früher Ab«gang von derselben, ehe noch jemand abging— alles dieß,sage ich, hielt ihn in dem Zustande einer fühlbaren Ungnade.
Er war vollkommen wohl gewachsen, hatte edle Sittenund Anstand und eine so geistvolle Physionomie, daß sieseine häßliche Gestalt, die gelbe Gefichtefarbe und ekeln Blat-tern im Gesicht ganz vergessen machte. Er versprach nichtzuviel, er hatte viel Kopf und hie mannigfaltigsten Talente.Er wußte sich einem jeden geltend zu machen, der sich mitder Oberstäche begnügte, und hatte besonders die Geschicklich-keit die Frauen zu bezaubern. Sein Umgang war. wennman sich bloß amüsiren wollte, sehr angenehm; er mar Pracht«voll in allem, sreygebig, fein und artig, sehr tapfer und ga«lant und ein guter und flotter Spieler, auf welche Eigen«schäften er sich viel zu gut that. Er war sehr ruhmredig,sehr kühn, sprach viel in Sentenzen und Deklamationen unddisputirte gern, um zu paradiren.
Sein Ehrgeiz war ohne Grenzen, und da er ernstlichfür nichts so wie für alles war, so herrschte diese Leidenschaftund die Sucht nach Vergnügen wechselsweise in ihm; erstrebte sehr nach Ruf und Achtung und besaß die Kunst denPersonen beyderley Geschlechts, von deren Beyfall er das meirste hoffen konnte, mit Vortheil den Hof zu machen und vermit«telst dieses Beyfalls. welcher anderer Deysall nach sich zieht,sich in der Weit geltend z» machen. Er schien Freunde habenzu wollen, dieser Betrug gelang ihm lange; aber er war rinMensch von verderbtem Herzen, eine niedere Seele, einScheinheiliger von Prosession, ganz ausgesprochen, der rc«ellste Schurke von der Weit. Er war kinderloser Wimver,von der Tochter Chateanncufs, der Schwester des Staatsse-kretärs la Brilliere, mit der er ohne Ursache sehr schiecht ge«lebt und sie aus Las unwürdigste behandelt hatte. Da er vonEhrgeiz getrieben nicht wußte, wo er sich hiuwcnden sollte,so fiel ihm ein, baß Chamiliact im Stande seyn würde, alicSfür ihn zu thun, wenn er seine zweyte Tochter heyratisete; erließ wirtlich dem Minister de» Anirag thun und dieser fandsich dadurch um so mehr geschmeichelt, da seine Tochter äu«ßcrst häßlich war. Chamillart eröffnet« es dem Könige, aber
dieser