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Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
278
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S?8

rath verließ. Seine Frau hatte ein sehr angenehmesGesicht, das keiner Kunst, und keines erborgten Reizesbedurfte. Ihre Züge waren sanft, ihr ganzes Wesennatürlich, bescheiden, zurückhaltend und abgemessen.Sie hatte viel Verstand, Klugheit, Gewandtheitund Lebensart, besonders aber besaß sie das Talent,stch auf eine ungekünstelte Art beliebt zu machen, unddas Gespräch unbemerkt aufdas zu lenken, was sie woll-te. Niemand verstand, wenn e6 nöthig war. so gutwie sie, ohne Verschwendung, prächtige Geseüschas.ten zu geben , mit Auswahl und 'Anstand freygebig zuseyn, und alles aufzufasseu, wodurch sie sich Freundeerwerben konnte. Die Pracht in ihrem Hause, mehraber noch ihr anziehendes gefälliges Betragen, das siesehr richtig nach der Verschiedenheit der Personen,welche sie vor sich hatte, abzuwägen wußte, hatte siesehr beliebt gemacht, besonders bey den Offizieren, de-nen sie während der Belagerungen und nach den Ak-tionen in Flandern unendlich viele Gefälligkeiten er-wiesen hatte, indem sie auf alle Art für sie besorgtwar, und sie sogar mit Geld unterstützte. Sie standvorzüglich gut mit dem Herrn von Luxemburg, wel-cher alle Jahre die Armeen daselbst commandirte, sowie auch mit den ausgezeichnetsten Generalen, welchedaselbst dienten , besonders mir Herrn von Harcourt,der dort beständig abgesonderte CorpS hatte. Herrvon Luxemburg sagte ihr schon vorher, und früh ge-nug was sie zu thun hätte, um der Frau von Mainte-non zu gefallen, wenn diese an die Grenzen käme,und sie wußte es vortrefflich zu benutzen.

Sie empfing diese zu Dinant wo sie wohnte, wah-rend der König Namur belagerte; stattete ihr ihrenGlückwunsch zu ihrer Ankunft ab, sorgte für allemögliche Bequemlichkeit, für die Einrichtung ihrer

Woh.