Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

-47

Art wäre man des politischen Geschrcys und der Ent-schuldigungeu darüber übcrhoben gewesen. Alleirrman stellte sich unüberstcigliche Hinderniste vor, undwollte also lieber Neapel und Sicilien sogleich verlorengeben. Vaudemont hatte die Ehre Commandanc zuheißen, aber Medavrd war es wirklich und harte dieganze Last davon. Seit dem Verlust bey Turin hatteVaudemont in Mailand viel von seinem Ansehen,und von seinen Einkünften, die ihn bedeutend machten,verloren. Er besaß unermeßliche Summen, die ernicht aufs Spiel' setzen wollte. Man hat seine ent-setzlichen Treulosigkeiten gesehen; ich weiß nicht, ob ihnbey den bedenklichen Umständen dieses Verfalls, nichtseine Nachgiebigkeit in Mißtrauen gegen sich selbst fetzte.In Frankreich hakte er seine Sachen so gut einzuleiteugewußt, daß er sich alles davon versprechen konnte;die Folgen zeigten, daß er sich nicht betrogen hat-te. Er unterstützte die beyden Vorschläge sehr wenig,und brachte sie besonders dadurch in Mißcredit, daß derersierc Vorschlag, sich in der Lombardei) zu halten, fürihn einen scheinbaren Vortheil hatte, indem er dadurchdas Commando, und alles was ihm von dem Gou-vernement in Mailand noch übrig blieb, behrelt. DasGlück unterstützte seine List so sehr, daß ihm der Kö-nig allen möglichen Dank dafür wußte, und ihn fürdesto redlicher und weniger eigennützig hielt. Endlichda man gute und alte Truppen so nöthig hatte, über-legte man nicht, wo sieam nützlichsten seyn könnten, umden Feind zu beschäftigen und ihn von unfern Gränzenzu entfernen, sondern dachte bloß daran, wie man sie ret-ten und bey inserer Armee ansteilen könne. Vaude-mont erhielt daher den Auftrag, gemeinschaftlich mitMedavid über den freyen Rückmarsch unserer Trup-pen und ihres Gefolgs, ihren Rückzug nach Savo»

K r Yen,