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Die Generale, welche sich in ihrer Rechnungnicht gern wollten betrogen haben, ließen indcß im-merzu alle Munition und Lebensmittel den Weg ge-gen die Alpen einschlagen, welcher ohne Gefahr war.Nach einer zurückgelcgten Tagreise und nachdem mandem Herzog von Orleans allerley sehr zweydeutigeBerichte abgestattet hatte, sagte man ihm geradezu, daßman weder Lebensmittel noch Munition habe. Diesehabe den Weg nach der französischen Seite zu genom-men und fortgesetzt. Nun sey es nicht mehr möglich,den Weg nach Italien hin zu nehmen. Ueberdieß be-haupteten sie noch immer gegen ihn, dieser sey vomFeinde besetzt. Der Herzog von Orleans, wüthendüber diesen unerhörten Ungehorsam, oder vielmehrüber diese wiederholte Verräthereyen, auch durch sei-ne schmerzhaften Wunden geschwächt, warf sich nachdiesen Nachrichten voll Verzweiflung in seine Chaisezurück, und sagte: Sie möchten also hingehen, wo-hin sie wollten; er wolle gar nichts mehr darüberhören.
Dies ist die Geschichte der unglücklichen Umände-rung unsers KriegSglückS in Italien. Man hat nach-her erfahren, daß der ganze Bericht von dem Offizier,welchen Darennes zum Herzog von Orleans gebrachthatte, erdichtet war, und daß auf dem Weg nach Ita-lien keine Passage besetzt, auch nicht das geringste Hin-derniß vorhanden gewesen wäre, welches die Armee hät-te abhalten können.
Noch ärgerlicher aber war dieß, daß der Herzogvon Orleans durch die Vorkheile, welche Medavidzwei Tage nachher erfocht, bey seiner Ankunft Herrvon der ganzen Lombardei gewesen wäre, und denPrinzen Eugen völlig in die Enge hätte treiben kön-nen, indem dieser zwischen der, vom Herzog geführten
Armee