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Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
115
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Es sind mir noch mehrere solche Anekdoten überden Molinismus des Königs, und über die vorgebli-che Ketzere» bekannt, die, wie hinlänglich bewiesenist, nur aus Haß und Parteysucht erfunden war; al-lein ich werde diese sonderbare Materie mit der be-rühmten Anekdote von Amelot schließen.

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Amelot erzählte mir Key seiner Zurückkunft vonRom : der Papst habe ihm sein Vertrauen geschenkt;er beklage sehr, sich als ein Spiel und Werkzeug dermächtigsten unter den Parteyen der französischen Kir-che arischen zu müssen, und sich (durch TellrerS Briefeüberzeugt , daß der König unumschränkter Herr seinesganzen Königreichs scy) dadurch, daß er die Constitu-tion gegeben, in fortdauernde Verlegenheiten versetztzu haben. Amelot, welcher von allem unterrichtetwar, fragte hierauf: warum er nicht dabey stehen ge-blieben sey, nur einige Sätze von Quesuel überhaupt,anstatt (auf eine ungereimte Art), gerade Hundert undEinen Saß, zu verwerfen»

Ey, Herr Amelot, Herr Amelot, sagteihm der Papst, was Härte ich thun sollend Le Tel-lier hatte dem König versichert, dieses Buch enthal-te über hundert verwerfliche Sätze; er wollte nicht alsLügner erscheinen; man hat mir bas Messer an dieKehle gesetzt, bis ich mehr als hundert darin angab."

Amelot war ein Wahrheitliebender rechtschaffe-ner Mann; und ich weiß cs von ihm selbst, daß derrömische Hof aufgebracht war, nur aber seinen Zornund seine Verlegenheit sorgfältig verbarg, in so ferner mitansehen mußte, daß der Jesuitismus inFrankreich solche ärgerliche, und der geistlichen Wür»

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