39
den Tag aufs neue angreifen. Der Marfchall vonCoeuvres, ohne welchen er nichts unternehmen durfte,wollte Kriegsrath halcen. Toulouse erhielt von seinemsterbenden Freunde, Relingen, ein eigenhändiges Bil-ler, worinn er ihm in wenigen Worten sagte: daß ecdie Feinde schlagen würde, und daß er ihn beschwöre,ste zu attakiren. Der Graf suchte diesen Briefeines Manns, dessen Fähigkeiten: allgemein aner-kannt waren, geltend zu machen, und zeigte, daß dieEroberung von Gibraltar der Preis eines zweitenSiegs seyn würde. Durch wichtige Gründe, die ecmit aller Bescheidenheit vorstellte, und durch sein An-sehen möglichst zu unterstützen suchte, gewann er alleStimmen. Alle waren seiner Meinung, nur Herrvon O, der Mentor der Flotte, gegen dessen Willenirgend etwas zu unternehmen, dem Grafen ausdrücklichvom König verboten war, wrdersetzte sich diesem Vor-haben, auf eine verächtliche absprechende Art, und be-harrre stolz aus seinem Eigensinn.
Als dies Orakel den Ausspruch gekhan hatte,kehrten alle wieder^ auf ihre Schiffe zurück, und derGraf im höchsten Unwillen und Aerger auf sein Zim-,mer. Er hatte sich bey diesem Feldzug in jeder Hin.sicht großen Ruhm erworben; sein einfältiger Gouver.neur hingegen verlor vollends die wenige Achtung,welche man noch für ihn gehabt hatte.
i6.
Vendome stand seit dem 14. October vor Verna,und unterhielt den König durch häufige Eilboten undschöne Versprechungen, die nicht erfüllt wurden. Diedortige Infanterie durch Strapazen und Elendzu Grunde gerichtet, stand bis an den Hals imKoch; die Officiere hatten kein Gepäck bey sich, und
C 4 konn.