Kardinal von Estrees. z'i
Abends setzte man den Papst in der Peterskirche bkyund die einzigen Kardinale seiner Creation und die drey, wehche seine Minister gewesen sind. Der Disckoff von PaviaTreck, ein Mann von Stand, Neickthum und Verdiensten,der seit einiger Zeit krank gewesen, ist zwcp Tage nach Sr.Heiligkeit gestorben. Man hält für gewiß, er sey einer vondenen, welche der Papst in Petto gehabt habe.
Der Kardinal Sacchek hatte gestern wieder einen feinergewöhnlichen hupochondrischen Zufälle. Man sagt, daß ersich heule besser befinde.
Der Kardinal von Medicis ist heute Nachmittags umein Uhr hier angekommcn.
Brief des Kardinals von Estrees an den Marquisvon Villars.
Aus dem Conclave den iS. Hct. 17«-.
In Ihrem Briefe vons rten Ocrober, mein Herr, meleden Sie mir nichts, Ihre Rückkehr nach Frankreich betref-fend. Indessen schreibt man mir von Paris, daß Sie balddahin znrückkehrcn würden. Nach dem, was Sie mir überIhre» jetzigen Aufenthalt zu Wien schreiben, glaube ick, Zh«neu ein Ccmvliment über Ihre schleunige Abreise machen zukönnen. Die meinige werde ich nach geschehener Papstwahlwo möglich, nicht verschieben. Ob mich gleich der Ort, woich mich befinde, von der Pflicht , Ihnen zu autwvrken, löstsprechen könnte, so will ich doch nicht ermangeln. Ihnen fürIhren Brief Dank zu sagen. Zn der That in diesen erstenTagen find unsre Geschaffte von innen und von außen sogehäuft, daß man Mühe hat einige Stunden für das Essenund Schlafen abzusparen.
Die Lage dieses Conclave ist aus vielen Gründen kritischund mein Verhauen davep erfordert mehr Klugheit und Cr»fahrung, als ich wirklich besitze. Cs ist mit dem sonstigenin gar keinen Vergleich zu sehen. Unsre Feinde bedienen sichdes TheilungStraktaies als eines Mittels, um das Kardinals«N.Denkwür0,gk.XXVI.L>r>. f rsl,