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Coislin,
zu Gehülsen in der Regierung »nd Unterrichtung seinerDiöces bediente, für die er ohne Unterlass beschäftigt war.Man weiß unter andern zwey Handlungen von ihm, welchebemerkt zu werden verdienen. Als man nach der Aushebungdes Edikts von Nantes dem Könige in Kopf gesetzt Hütte, di«Hugenotten durch Martern und Dragoner zur Bekehrung zuzwingen, schickte man auch ein Regiment nach Orwans, umes in der dösigen Dioces umher zu legen. Aber der Bischofvon Orleans ließ sogleich nach der Ankunft des Regimentesdie Offtciere zu sich laden, und erklärte ihnen, dass er wünschete, daß sie nirgends anders als an seiner Tafel speisten; ecließ ihre Pferde in seine Ställe ziehen, und bat sie, dass siekeinen Dragoner aus der Stadt lassen und keinen Unfug zu»lassen möchten, und erbot sich, wenn sie niebt genug Untenhalt hätten, ihnen das nölhige zu liefern; besonders aber bat«r sie, daß sie keinem Hugenotten etwas thun, und bey kei»nem Quartier nehmen möchten. Man gehorchte ihm. DasRegiment lag einen Monat da, der Monat kam ihm theuerzu stehen, aber nach Verlauf desselben bewirkte er daß dasRegiment seine Dioces verließ und nie wieder Dragoner hin»kamen.
Dieses so menschenfreundliche Betragen, das sich s»vorthcilhaft von dem Betragen fast aller übrigen und der ber«achbarten Bischöfe anszeichncce, gewann ihm fast eben soviel Hugenotten als andern die barbarische Behandlung, mitwelcher sie gegen sie verfuhren. Diej-nigcn, welche sie be»kehrten, thaten es freywillig und mit aufrichtigem Herzen,ohne Hoffnung und Furcht. Sie wurden vorläufig allemalunterrichtet, nichts gef dah mit Uebereilung, und keiner vonihnen fiel in den Zrrrhum zurück. Außer der Menschlichkeitseines Betragens, der Uneigennützigkcit, womit er jenenAufwand über sich nahm, und dem Ansehn, womit er bas Rergiment im Zaum zu hatten wusste, ist noch der Muth an ihmzu bewundern, mit dem er es wagte, das damals allgemeingeübte Vrrsabren, das selbst der König sehr eifrig betrieb,durch ein gänzlich entgegengesetztes Betragen gleichsam, ob<wohl stillschweigend, zu tadeln. Der Segen, der seinerHandlungsart folgte, verhinderte mich alles, was von bösenFolge» für ihn daraus entstehen konnte.
Die zwepre Handlung, die ebenfalls ganz der Mensch»lichkett angehörte, war weniger öffentlich und gefährlich, aber
nicht