z4 Beringhem«
zu reisen. Zn der Normandie war er gar nicht bekannt.Der Edelmann empfing ihn so gut er in der Überraschungtonnte, und führte ihn, während das Essen bereitet wurde,in seiner Wohnung herum. Er war ein Liebhaber von Was«fen und hatte eine sehr vollständige Rüstkammer. Der Körnig verwunderte sich sehr über die Nettigkeit der Waffen undverlangte den zu sehen, der sie zu besorgen habe. Der Edel«mann sagte ihm, es scy ein Holländer, den er bey sich habe,und zeigte ihm Beringhem's Vater. Der König lobre ihnso sehr und sagte so oft, daß er nichts mehr wünschte, alsauch dergleichen nette Waffen zu haben, daß einer vom Gerfolge sehr gut merkte, daß er zu dem Holländer Lust habeund eS dem Edelmann sagte. Dieser ergriff mit Freuden dieGelegenheit, dem Könige eine Gefälligkeit und seinem Die««er einen Dienst zu erzeigen und bot ihm denselben an; undnach einigen Complimenten gestand es der König, daß essein Wunsch gewesen sey. Beringhem besorgte nun des Kö«nigS Waffen mit eben der Nettigkeit, erwarb sich dadurch dieGunst des Königs und zuletzt eine Stelle als erster valer, 6sckambre. Von ihm erhielt sie sein Sohn zur Zeit jenerAuffehn und Lärm erregenden Geschichte, nämlich des Ein«Verständnisses der Königin mit Spanien, wo damals die Kö«nigin auf Befehl des Königs zu Val>de»grace vom KanzlerEeguier bis auf den Busen durchsucht wurde, der aber durchsein kluges Betragen bey dieser Gelegenheit, ohne sich jedochbey dem König und dem Kardinal Richelieu zu compromit«tiren, sich auf immer der Protection der Königin versicherte.
Alle, die damals am meisten im Vertrauen gestandenhatten, nahmen die Flucht oder wurden forlgeschickk. Be«ringhem rettete sich nach Brüssel. Er war ein Mensch vonKopf und Verschlagenheit, und vor allen in Zntriguen sehrzu gebrauchen, weil man sich auf seine Verschwiegenheit undsein Wort verlassen konnte. Sobald die Königin Witwe undRegennn war, war ihre erste Sorge ihre Märtyrer zurück«zurufen und zu belohnen. Beringhem hatte eS mit einemWeibe zu lhun, deren Dienst er ganz ergeben gewesen war,und mit einem Minister» welcher nichts als Verwirrungwollte und im Anfang seiner Herrschaft derjenigen, welcher erdie Herrschaft verdankte, zu schmeicheln und sich Creaturcn voninnecm Einfluß zu machen suchte; und dieß wußte Beringhemalles gut zu benutzen. Vom exilirten ersten Valet de Cham»
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