i6 Angeau.
Er verlohr seine Stelle beym Tode der Gemahlin betDauphins, aber er hatte eine Gesellschasterstelle bry demDauphin erhalten.
Die Gemahlin des Dauphins hatte ein Hosftäulein auSeinem deutschen Stifte aehabt, schön wie der Tag, von Wuchseine Ni'Mphe, mit allen Reizen des Geistes und Körpers;ihre Talente waren nur mittelmäßig, aber sie hatte Richtigkeitdes Sinnes, Verstand und Gefühl, und dabey die unbescholrtenste Tugend. Sie war die Tochter eines Grafen von Lö<wensteiu und einer Schwester des Kardinals Fürstemberg, derso viel Auslehn in der Welt gemacht hat und am «Hofe dasgrößte Anfthn genoß.
Die Familie Löwenste'm gehörte zum ChurpfälzischenHause, war aber eine durch eine Mißhryrath, durch eine so«genannte Ehe zur linken Hand, die übrigens eben so legitimist, entstandene Nebenlinie. Wegen der Standesungleichheitder Mutter erben die Kinder einer solchen Ehe nicht, wiewohlsie beträchtliche Abfindung erhalten und sinken vom fürstlichenRange zum gräflichen herab.
Der Kardinal Fürstemberg siebte feine Nichte sehr undsuchte sie zu vcrtzeyrathen; bep dem Könige und Frau vonMaintcnon, die sich sehr für hübsche Gesichter intereffirten,war sie sehr beliebt; sie halte aber, wie alle deutsche Mäd«chen, nichts im Vermögen. Angeau, der seit lange schonvon einer Schwester der Marschallin von EstreeS, Tochterdes Juden Morin, Wittwer war, mit der er nur eine Tochrter hatte, welche die große Meynung, die man von ihremVermögen hatte, an den Herzog von Montfvrl verheyrathekhatte, warb um eine für ihn so ansehnliche und so ange«nehme Verbindung. Fräulein von Löwcnstrin aber, welcheganz den deutschen Stolz besaß, und den Narren, so gutansskaffirt er auch war, sehr wohl erkannte, erklärte, daß sieihn nicht wolle. Der König nahm sich der Sache an. Frauvon Maintenon, die Gemahlin des Dauphins» ihr Onkle,derKardinal, alle wünschten es und ihre vereinten Bemhun»gen brachten sie endlich zum Jawort. Der Marschau unddie Marschalsin von Vilieroy richreien ihnen die Hvchze ' a»Sund Angeau glaubte Churfürst von der Pfalz zu seyn. Tewar der beste Mensch von der Welt, aber vor Stolz, daßer Seigneur geworden war, halb närrisch und voll Lächerssichkeitrn.
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