Angeau. r 5
besonders für die Welt und die Gesellschaft; und er besaßviel Ehre und Rechtschaffenheit. Das Spiel öffnete ihmden Weg an den Hof. wo damals, kurz nach dem Tode derKönigin Mutter, Liebe und Feste herrschten und das Spielverschaffte ihm auch Zutritt in die besten Gesellschaften. Ergewann hier sei» ganzes Vermögen. Er hatte das Glück nieverdächtig zu seyn; er lieh mit viel Verbindlichkeit, machtesich dadurch Freunde und durch die Zuverlässigkeit seines Ver«kehrs sehr nützliche und thätige.
Er machte den Mätressen deS Königs den Hof und dasSpiel verschaffte ihm Zutritt gu den Parrhicrn des Königsmit ihnen; sie behandelten ihn mit Vertraulichkeit und ver»schafften ihm das Zutrauen des Königs. Er machte'Verse,war wohlgewachsen, von guter Gesichtsbildung und galant.
So hatte er sich am Hofe festgesetzt, wiewohl immeruntergeordnet. Einst zu Anfang der Erweiterung von Vor«sailles, als er mit dem Könige spielte, dem er s» wie meh-rere andere, um ein Logis angelegen hatte, fing dieser anüber seine Leichtigkeit im Verftmachen (das aber freylich sel-ten gut gerieth) zu scherzen, gab ihm auf einmal einige sehrharte Reime auf, und versprach ihm dafür ei» Logis. Hieraufkaufte er sich eine Vorlescrstelle bepm König, ynt der weiterkeine Verrichtung verbunden war, die aber Zurritt zum z-mit«Mucker gab; und seine Anhaltsamkeit erwarb ihm ei» Re-giment des Königs, von der Infanterie, das er aber nichtlange behielt; hierauf wurde er nach England geschickt, woer nur kurze Zelt blieb. Nach seiner Rückkehr kaufte er dasGouvernement Toureine.
Sein gutes Glück wollte, baß Hr. von Richelieu so gro-ße Summen im Epttl verlor, daß er sich geuöthigt sah, sei-ne Stelle als Chevalier d'Honneur der Gemahlin des Dau-phins, Key deren Vermählung er sie umsonst erhalten harre,zu verkaufen. Seine alte Freundin, dis Frau von Mainrenvn,verschaffte ihm die Erlaubnis;, sie zu verkaufen, an wen undwie hoch er wollte; und Herr von Angeau versäumte diesegurr Gelegenheit nickt und zahlte dafür ;ov,ooo Livres. S»nunmehr mit einer Charge bekleidet, wedurch er gewisserma-ßen den Rang als Seigneur erhielt, erhielt er nicht lang»drauf im 2- rügg das Ordensband.
Er